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Kleinbauern-Vereingung nennt 10 Gründe für ein bäuerliches Ja zur Pestizidverbots-Initiative

Die Initiative nehme alle Akteure in die Pflicht und biete eine einmalige Chance für einen Richtungswechsel hinzu einem faireren System für alle, so die VKMB.


Bereits im letzten Jahr hat die Kleinbauern-Vereinigung (VKMB) Farbe für ein Ja zur Pestizidverbots-Initaitve bekannt. Kürzlich startete die VKMB den Abstimmungskampf mit einer Bauernfamilie und Winzern als Gesichter ihrer Kampagne. Nun veröffentlicht der Verband eine Zusammenstellung von 10 Gründen, die aus der Sicht von Bäuerinnen und Bauern für ein Ja zu dieser Initiative sprechen. 

Längerfristig unumgänglich

«Für uns als Landwirtinnen und Landwirte ist der Systemwechsel hin zu einer pestizidfreien Produktion nicht einfach eine Möglichkeit unter vielen, vielmehr ist er längerfristig unumgänglich», wird Regina Fuhrer, Präsidentin der VKMB, in einer Mitteilung zitiert. Es gehe auch um den Schutz der Gesundheit von Landwirten und ihren Mitarbeitenden sowie darum, die lokale Landwirtschaft zukunftsfähig zu machen. 

Chancen auf einen Blick zeigen

Das Positionspapier mit den 10 Gründen werde an alle Mitglieder verschickt und ist ausserdem online veröffentlicht. Damit wende man sich an seine Berufskollegen, schreibt die VKMB. Ziel sei es, ihnen die Chancen dieses Systemwechsels auf einen Blick zugänglich zu machen. 

10 Gründe für ein Ja

Aus Sicht der Kleinbauern-Vereinigung sprechen folgende Punkte für eine Annahmen der Initiative «Für eine Schweiz ohne synthetische Pestizide»:

  1. Den Betrieb für die kommende Generation bewahren: Dank pestizidfreier Produktion können wir einen Hof mit gesundem Boden und einer intakten Umwelt an die nachfolgende Generation übergeben.
  2. Marktmacht des Grosshandels aufbrechen: Ein Systemwechsel hin zu einer pestizidfreien Schweiz betrifft die gesamte Wertschöpfungskette. Endlich werden auch die Verarbeiter, Händler, Grossverteiler und die Endkonsumentinnen in die Pflicht genommen. Davon profitieren alle Bäuerinnen und Bauern. Unsinnige Qualitätsanforderungen oder eine intransparente Margenpolitik werden so zwangsläufig in Frage gestellt. Das bietet die Chance, ein für alle faireres System zu schaffen. 
  3. Eine lokale Landwirtschaft stärken: Der Systemwechsel hin zu einer pestizidfreien Schweiz schafft gleich lange Spiesse und Chancen für uns Bäuerinnen und Bauern in der Schweiz und weltweit. Der Druck, ständig effizienter und wettbewerbsfähig zu werden und mit einer umweltschädlichen globalen Massenproduktion mitzuhalten, fällt weg, da für alle in der Schweiz verkauften Produkte die gleichen Anforderungen (pestizidfrei!) gelten.
  4. Die Abhängigkeit von Agrar- und Chemiekonzernen reduzieren: Pestizidfreie Produktion verschafft uns mehr Unabhängigkeit und spart Kosten bei der Beschaffung von Gütern der Agrochemiekonzerne. Wir holen die Wertschöpfung wieder zurück auf den Hof.
  5. Versorgungssicherheit gewährleisten: Eine pestizidfreie Produktion schützt unsere natürlichen Lebensgrundlagen wie Boden und Biodiversität und ermöglicht uns, auch in Zukunft genügend Lebensmittel zu produzieren.
  6. Auf Bewährtes zurückgreifen und Innovatives fördern: Bei der Umsetzung von pestizidfreier Produktion können wir wieder stark mit unserem eigenen Wissen und der bäuerlichen Innovationskraft arbeiten und gleichzeitig die Erfahrung der Bäuerinnen und Bauern nutzen, die bereits pestizidfrei produzieren. Wir werden Teil einer selbstbestimmten und zukunftsfähigen Landwirtschaft, die auf der Basis der natürlichen Grundlagen und mit einem regen fachlichen Austausch wertvolle Lebensmittel produziert.
  7. Die eigene Gesundheit und die der Familienangehörigen und Mitarbeitenden schützen: Pestizidfreie Produktion ermöglicht uns, die Arbeit im eigenen Betrieb ohne gesundheitliche Risiken auszuführen. 
  8. Wissenschaft und Forschung für eine nachhaltige Landwirtschaft nutzen: Mit der Annahme der Initiative schaffen wir die Voraussetzungen für mehr Wissenschaft und Forschung zuhanden einer nachhaltigen und trotzdem ertragreichen Land- und Ernährungswirtschaft. Wenn die Praxis und die Forschung am gleichen Strick ziehen, schaffen wir einen Pestizidausstieg in 10 Jahren.
  9. Die Lebensgrundlage aller schützen: Mit pestizidfreier Produktion und damit einer gesunden Umwelt schützen wir die Lebensgrundlage für alle Menschen hierzulande und weltweit.
  10. Eine zukunftsfähige Landwirtschaft schaffen: Pestizidfreie Produktion hilft uns beim Wandel des Ernährungssystems hin zu einer natur- und menschenverträglichen Landwirtschaft und der Produktion gesunder Lebensmittel vom Hof auf den Tisch.
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