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Ein tieferer Selbstversorgungsgrad mit Schweinefleisch hat Vorteile für die Branche

Meinrad Pfister, der Zentral-Präsident von Suisseporcs, erklärt die Schweinefleisch-Importe aus Deutschland und zeigt die Hintergründe auf. Im Zentrum steht der hohe Selbstversorgungsgrad in der Schweiz.


Herr Pfister, wie die Sonntagszeitung und der Blick berichteten, ist der Import von Schweinefleisch in diesem Jahr besonders hoch. Ist billiges deutsches Schweinefleisch in der Schweiz wirklich «äusserst gefragt» (Zitat Sonntagszeitung) oder war der Bedarf in diesem Jahr corona-bedingt einfach höher?

Meinrad Pfister: In der Tendenz und speziell in der Corona-Zeit, stieg der Absatz von Würsten und Charcuterie. Das dazu benötigte Verarbeitungsfleisch fehlte in der Schweiz. Bei einem Selbstversorgungsgrad vom 93% braucht es Importe, um den Markt versorgen zu können. Was mich viel mehr stört und verbessert werden muss, ist die mangelnde Deklaration. Die Kundin soll auf den ersten Blick erkennen können, wenn es sich um Importware handelt.

Obwohl ausserhalb des Importkontingents höhere Zollansätze gelten, war der Import von deutschem Schweinefleisch lukrativ. Stimmt das? 

Ja, die Preisdifferenz ist gross, weil die Preise in Deutschland wegen der Afrikanischen Schweinepest (ASP) und wegen Corona massiv eingebrochen sind. Der Zollansatz für Verarbeitungsfleisch vermag diesen Preiseinbruch nicht auszugleichen. Deshalb wären strenge Deklarationsvorschriften, die auch kontrolliert werden, wichtig. Es ist halt lukrativ deutsches Schweinefleisch «einzubürgern», insbesondere in verarbeiteten Produkten.

Ein hoher Inlandanteil eines Agrarguts beeinflusst die Preisstabilität negativ und somit ist der Produzentenpreis anfälliger auf Veränderungen im Markt.  Ist der Inlandanteil des Schweinefleischs aus diesem Grund gesunken oder warum ist der Inlandanteil von 97% auf 92,7% gesunken? 

Der Inlandanteil in der Schweiz ist wegen dem Verbot der Vollspaltenböden im Jar 2018 gesunken. Bis vor wenigen Wochen lag der Selbstversorgungsgrad von Schweinefleisch bei unter 93 Prozent und wir hatten über neun Monate einen konstant hohen Schweinepreis von 4.60 CHF. Steigt der Selbstversorgungsgrad, wie es gerade passiert, kommt der Preis unter Druck.

Sehen Sie die Situation des hohen Imports momentan als Problem oder Bedrohung für die Schweizer Schweinefleischproduktion oder ist die Situation nichts Aussergewöhnliches? 

Den Schweizer Schweineproduzenten und der ganzen Wertschöpfungskette ‘Schwein’ geht es besser, wenn der Selbstversorgungsgrad nicht über 93% liegt. Zwischen 2014 bis 2018 hatten wir sehr wenig Importe, aber auch keinen kostendeckenden Schweinepreis. Also: Lieber gute Preise und dafür etwas Import.

Interview schriftlich: sjh

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