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«Die Sensibilität für die Bedeutung der Produktion in der Schweiz dürfte zunehmen»

Im Gesprächt mit der BauernZeitung äussert sich der Leiter der Corona-Taskforce des Schweizer Bauernverbands, Martin Rufer über die Herausforderungen im Zusammenhang mit der Virusbekämpfung für die Landwirtschaft.


Martin Rufer, wissen Sie etwas über die Anzahl Corona-Fälle in der Landwirtschaft?
Nein.

Sie sind Leiter Taskforce des SBV, worin bestehen Ihre Hauptaufgaben?
Wir tauschen uns täglich aus und machen eine Situationsanalyse, denn wir haben ja jetzt eine Ausgangslage, die jeden Tag neue Fragen und Fakten bringt. Diese wollen wir kanalisieren und systematisch Bearbeiten und in Zusammenarbeit mit den Bundesstellen möglichst rasch Klarheit schaffen (s. Rubrik auf sbv.ch, Red.)

Welche drängenden Fragen wollen Sie mit den Bundesbehörden ansprechen?
Fast das vordringlichste Thema sind die Saisonarbeitskräfte insbesondere aus Osteuropa. Es stellt sich die Frage ob diese kommen und unter welchen Bedingungen  diese durch- und einreisen können. Wenn diese Leute nicht kommen, stellt sich die Frage nach Alternativen. Die Frage wäre, ob man Personal aus Branchen rekrutieren könnte, die nicht arbeiten können.

Sie möchten also Reisebüroangestellte und Coiffeure aufbieten?
Priorität haben sicher die bisherigen ausländischen Arbeitskräfte, die Frage ist vor allem, können und wollen diese kommen? Das ist noch schwierig abzuschätzen, und die neuen Entscheide des Bundesrats haben dieses Problem akzentuiert.

Warum akzentuieren die Bundesratsentscheide diese Frage und weiss man wie gross die Zahl dieser Arbeitskräfte ist?
Aufgrund der Grenzkontrollen wird auch die Einreise von ausländischen Arbeitskräften komplexer. In der Landwirtschaft sind heute über 50’000 familienfremde Arbeitskräfte tätig. Davon stammen schätzungsweise 35’000, also etwa 70% aus den EU-/EFTA-Staaten.

Was sind weitere Themen, die Sie beschäftigen?
Direktvermarktung war ein Thema, da konnten wir klären, dass die Hofläden offenbleiben können. Im Weiteren gab es viel Verwirrung in Sachen öffentliche Viehmärkte.

Die Hofläden sind weiter offen, aber die Wochenmärkte mit Lebensmitteln verboten, was unternehmen Sie dagegen?
Wir sind der Meinung, dass wenn man es richtig durchführt, ist das Risiko sicher nicht grösser als im Grossverteiler. Man muss einfach schauen, dass die Hygienevorschriften des Bundes eingehalten werden können. Die Wochenmärkte leisten ebenfalls einen Beitrag zur Grundversorgung. Wenn diese verboten werden, treibt man mehr Leute zu den Grossverteilern. Daher müssen wir klären, ob und unter welchen Bedingungen die Wochenmärkte möglich wären.

Mit wem stehen Sie da in Verhandlung?
Wir sind vor allem mit dem BLW in Kontakt, wegen den Arbeitskräften aber auch mit dem Seco.

Wie steht es um die Versorgungssicherheit der Höfe mit Futtermitteln und anderen Hilfsmitteln?
Wir gehen davon aus, dass dies gewährleistet ist. Maissaatgut ist ein allenfalls ein Thema, aber mehr was das die Lieferfrist angeht. Sonst hätten wir ja auch Pflichtlager für Futtermittel und Dünger. Momentan sehe ich keine Engpässe.

Kann man sagen, dass die Landwirtschaft insgesamt eine der weniger betroffenen Branchen ist?
Es gibt sicher Branche, sie stärker betroffen sind. Wir können arbeiten und unsere Produkte sind grundsätzlich gefragt. Wir haben die erwähnten Herausforderungen wie Arbeitskräfte und Direktvermarktung. Probleme haben zudem jene, die viel in den Gastrokanal liefern. Dort läuft im Moment gar nichts mehr. Das hat auch Auswirkungen auf den Wein und Kalbfleischabsatz.

Wächst durch die Corona-Krise die Unterstützung für einen hohen Selbstversorgungsgrad der Schweiz?
Ich würde sagen, dass das Bewusstsein massiv wächst, dass die globalen Wertschöpfungsketten speziell im Food- aber auch im Medikamentenbereich recht fragil sind. Man kann sich auf diese nicht immer verlassen kann. Wir müssen uns also Gedanken machen, was wir künftig in der Schweiz noch selber produzieren wollen und sollen.

Gibt es auch Auswirkungen auf die politischen Diskussionen um die Pflanzenschutz-Initiativen?
Wie gesagt, die Sensibilität für die Bedeutung der eigenen Produktion in der Schweiz dürfte zunehmen. 

Mitten in der Corona-Kreise wird nun die Online-Kampagne gegen die PSM-Initiativen gestartet. Ist das nicht ein merkwürdiges Timing?
Das haben wir uns auch gefragt. Die Online-Kampagne war aber geplant und bereits ausgelöst, als der Bundesrat seine Massnahmen verordnete. Die Botschaften – wir haben den Antibiotika- und Pflanzenschutzmitteleinsatz reduziert – sind nach wie vor richtig und rücken die Landwirtschaft auf eine positive Art ins Bewusstsein.  Zudem sind momentan viele Leute online und das gibt uns hohe Beachtung. Die Kampagne an den Bahnhöfen haben wir gestoppt, weil aktuell sich dort kaum Leute bewegen.

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