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Dialog zwischen Konsumenten und Bauern soll Wertschätzung steigern

Den Ärger von Bauern und Konsumenten übereinander will Landwirtschaftsministerin Julia Klöckner lindern. Dafür startete sie auf der Grünen Woche in Berlin das Nationale Dialogforum «Stadt.Land.Du.».


Während zwei Stunden haben sich Fachleute mit der deutschen Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner in Berlin über Wertewandel und Wertschätzung in der Landwirtschaft ausgetauscht.

"Wertschätzung und Wertschöpfung haben sich entkoppelt"

Angesichts der aktuell angespannten Lage mit Bauerndemonstrationen in vielen Städten Deutschlands will Klöckner eine Dialogplattform aufbauen. Sie will mit allen Interessierten aus Gesellschaft und Landwirtschaft das Gespräch suchen. Klöckner stellt fest, dass die Landwirtschaft angegriffen wird, weil sich Wertschätzung und Wertschöpfung entkoppelt haben und die Diskussionen dazu oft auf moralischer, statt auf Sachebene stattfinden. Sie fordert auf zum wertneutralen Dialog. Für die Ministerin, die an der Grünen Woche in Berlin mit einer ganzen Landwirtschafts-Halle an Information und Aufklärung Brücken schlägt und Begegnung schafft, sagte am Forum: «Mit Wissen steigt Wertschätzung.»

Gleichgesinnte bleiben unter sich

Dazu sind laut Professor Mathias Kussin die sozialen Netzwerke nicht der ideale Ort. Grund dafür sind die oft starke Polarisierung, meist entsteht keine offene Diskussion, da Gleichgesinnte unter sich bleiben oder bloss ein Schlagabtausch stattfindet. User würden oft Statements platzieren, die meist in keinem direkten Zusammenhang mit der Landwirtschaft stehen, sondern dem allgemeinen Frustabbau dienen vor allem gegen das System, die Medien oder die Gesellschaft.

Zielkonflikte zwischen Produktion und Konsum auf den Marktplatz bringen

Die Bloggerin Julia Nissen berichtet von einer App, die sie entwickelt, um den Austausch zwischen Stadt und Land zu fördern und so Beziehungen zwischen Stadt und Land aufzubauen. Dass die Art der Kommunikation entscheidend ist, darin sind sich alle einig. Weder Angst, Wut, noch Vorwürfe sind hilfreiche Treiber in der Lösung des Konflikts. Wichtig ist, das Gegenüber ernst zu nehmen, auf Ängste und Nöte einzugehen und zuzuhören und so zu versuchen, einen Kompromiss zu finden. Die Zielkonflikte zwischen Produktion und Konsum müssen auf den Marktplatz gebracht und offen diskutiert werden, damit gemeinsam ein Konsens gesucht werden kann. Das Gemeinsame, verbindende muss im Fokus sein, es darf nicht darum gehen, wer gewinnt oder verliert. Klöckner resümiert: Es gibt unterschiedliche Geschwindigkeiten, aber die die Richtung muss die Gleiche sein.

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