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Der Same ist gediehen: Seit der Gründung der Delley Samen und Pflanzen AG sind 25 Jahre vergangen

Die Delley Samen und Pflanzen AG feierte am Mittwoch ihr Firmenjubiläum in Delley FR. Was vor 25 Jahren in Gang gesetzt wurde, ist heute zur festen Grösse in der Saatgutbranche geworden.


Publiziert: 05.07.2019 / 10:03

«Mit 25 fängt das Leben an», so eröffnete Oswald Perler, der Verwaltungsratspräsident von der Delley Samen und Pflanzen AG (DSP) am Mittwoch den 25. Jubiläumstag der DSP in Portalban FR. Am offiziellen Jubiläumsanlass nahmen insgesamt ungefähr 170 Vertreter der Saatgutbranche teil, wovon 35 aus dem Ausland angereist sind. «Wir feiern heute das Engagement der visionären Saatgutproduzenten, die schon im Jahre 1975 den Weg zum Aufbau dieser Aktiengesellschaft frei gelegt haben», sagte Roger Jaquiéry, der ehemalige Leiter der DSP. Im Sommer 1994 entstand im Rahmen der Restrukturierung des damaligen Schweizerischen Saatzuchtverbands statt das Unternehmen DSP. Heute schlägt DSP eine wichtige Brücke zwischen der Züchtung und der Saatgutproduktion. Die Aufgaben von DSP sind vielfältig: Sortenprüfungen, Erhaltungszüchtung, Produktion von Basissaatgut und Sortenadministration. Dabei ist die Partnerschaft mit der Agroscope von grosser Bedeutung, meinte Evelyne Thomet, die Geschäftsführerin von DSP. Auch die Agroscope-Direktorin Eva Reinhard bekräftigte die Zusammenarbeit in ihrer Rede. «Was uns alle hier verbindet ist unser Wissen, dass viele Lösungen für zukünftige Herausforderungen in einem einzelnen Samen gefunden werden können. Unsere Zusammenarbeit geht weiter und es bleibt lebendig», verkündete die Leiterin der Agroscope. 

Getreide – ein wichtiges Standbein

Die DSP vermarktet rund 130 Sorten von 17 Arten in über 30 verschiedenen Ländern. Rund die Hälfte der Lizenzeinnahmen, mit welchen die Leistungen der DSP finanziert werden, stammen aus dem Ausland. Für die inländische Saatgutbranche und DSP ist der Geschäftsbereich Getreide am bedeutungsvollsten. Die Brotgetreidesorten von Agroscope/DSP haben in der Schweiz einen Marktanteil von rund 80 Prozent. Der zweitgrösste Geschäftsbereich umfasst die Feldsamen. Die Klee- und Gräsersorten von Agroscope/DSP werden im Inland zu rund 40 Prozent in den Feldsamenmischungen eingesetzt. Die weiteren Geschäftsbereiche der DSP entwickeln Saatgut von Soja, Mais und Gemüse. 

Maiszuchtprogramm in privater Hand 

Seit dem Jahre 2014 arbeitet die DSP mit der spanischen Züchtungsfirma Semillas Fitó mit dem Hauptsitz in Barcelona zusammen. Die Kooperation nennt sich DEFI genetics SA mit Sitz in Delley und beschäftig sich mit der Züchtung von Körner- und Silomaissorten. Die DSP stellt als Dienstleistung für DEFI genetics SA Zuchtgärten und Prüfparzellen zur Verfügung und beteiligt sich an der Vermehrung. Der Geschäftsführer von DEFI genetics SA, Alexander Strigens, ist verantwortlich für die Züchtung, Selektion und die Produktion der Maishybriden. Dabei wird er von Melanie Roth und weiteren Mitarbeitern aus der DSP unterstützt. 

Die Maiszüchtung fordert Ausdauer 

Jährlich werden 1800 Hybriden in über 30 verschiedenen Orten auf zirka 10000 bis 15000 Versuchsparzellen getestet. Dies sei eine logistische Herausforderung und auch die Grenze zwischen der EU und der Schweiz sei auch nicht immer einfach zu überqueren, äusserte Strigens. Die Maiszüchtung sei mit sehr viel Arbeit verbunden, bis zur Registrierung einer Sorte dauere es im Schnitt etwa 15 Jahre. «Wir brauchen zirka 300 bis 400 Inzuchtlinien pro Jahr. Um dies zu erreichen, müssen 50000 individuelle Pflanzen per Hand bestäubt werden», erklärte der Geschäftsführer. Auch die Kastrierung der weiblichen Pflanzen erfordere sehr viel Handarbeit. Was am Ende herausschaut: etwa zehn Maishybriden, die für die Registrierung angemeldet werden. DSP produziert insgesamt auf zirka fünf Hektaren Basissaatgut – genug um in einem weiteren Vermehrungsschritt Hybridsaatgut für rund 40000 Hektaren Mais zu produzieren, sagte Strigens. Die 65000 Hektaren Mais in der Schweiz könnten so grösstenteils mit Saatgut gedeckt sein, fährt der Züchter fort. Doch leider sei der kommerzielle Verkauf der Maishybriden von DSP in der Schweiz noch sehr eingeschränkt. Eine Tatsache, die auch der Gründervater Roger Jaquiéry den Kopf schütteln lässt, da die Sorten bei ausländischen Produzenten durchaus ihren Platz finden. 

Austausch mit dem Ausland 

Der Direktor von Semillas Fitó, Eduard Fitó, äusserte sich am Jubiläumsanlass positiv über die partnerschaftliche Kollaboration mit DSP. Fitó hat auch das Amt des Präsidenten der International Seed Federation (ISF) inne. Damit ist er eine wichtige Kontaktperson für DSP, denn ISF repräsentiert die Interessen der Saatgutindustrie auf internationaler Ebene und bietet eine Austauschplattform für Saatgutfirmen. Die jährlichen Kongresse von ISF seien für DSP sehr wichtig, da so Kontakte zu ausländischen Firmen geknüpft werden können, meinte Evelyne Thomet. Schweizer Sorten werden zunehmend im Ausland geprüft und angebaut. Ebenso hat die DSP die Möglichkeit, ausländische Sorten auf Ihre Eignung in Schweizer Verhältnissen zu prüfen. «Wir sind gefordert, in diesem Umfeld einen internationalen Blick zu wahren», betonte auch Eva Reinhard.

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