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Das Weihnachtswunder im Stall von Kaltbrunn

Im ehemaligen Stall von Elisabeth und Toni Müller in Kaltbrunn entsteht Jahr für Jahr ein kleines Weihnachtswunder: Rund 300 Figuren erzählen die Weihnachtsgeschichte.


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Das Jesuskindlein, in Windeln gewickelt, in den Händen der Jungfrau Maria getragen, das befindet sich auch im Jahr 2019 in einem kargen Stall. Dieser steht allerdings nicht in Bethlehem, sondern im Rüteli, oberhalb des Dorfes Kaltbrunn. Das Gebäude gehört Toni und Elisabeth Müller. Kühe sind da keine mehr zu finden. Im Jahr 2005 hat das Bauernpaar sein Milchvieh verkauft, die Landparzellen verpachtet und ist in Pension gegangen. Den Stall aber, den haben sie behalten. Zum Glück, wie sich später herausstellen wird. Denn ohne diese Räumlichkeiten wäre die Kaltbrunner Krippe nicht zu dem herangewachsen, was sie heute darstellt.

300 Krippenfiguren

Um 300 Figuren und etliche Gebäude stehen da, verteilt auf 60 Quadratmeter. Just an jener Stelle, wo früher die Kühe standen. Noch befindet sich die Futterkrippe mit den Fressabteilen am Originalort. Einen Kuhplatz beansprucht das Schloss des Königs Herodes. Zwei Plätze sind für die Wüste reserviert. Erst dann beginnt, im satten Grün von Moos und Flechten, eine imposante Bergwelt. Mittendrin der Stall, in dem das Wunder geschah.

Der Engel, der auf dem schlichten Gebäude die Geburt des Christuskindes verkündet, sei das Geschenk eines lieben Mannes. Der Stall selber habe ihr jemand abgegeben. Er brauchte ihn nicht mehr, erzählt Elisabeth Müller. Sie weiss zu jedem Sujet und jeder Figur etwas zu erzählen. «Die Heilige Familie habe ich erst kürzlich selber gekauft. Ich wollte schon immer eine Maria, die den kleinen Jesus in den Armen hält.»

Klare Aufgabenteilung

Wo immer Elisabeth Müller im Laufe des Jahres hingeht, hat sie ihre Krippe im Hinterkopf. Überall findet sie Figuren oder Elemente, die sie in ihre Miniaturwelt einfügen kann. So auch der Jäger auf dem Jägersitz. Dieser zierte ein Schnapsfläschchen. Ist handwerkliches Geschick gefragt, kommt Toni Müller ins Spiel. Er zaubert im Hui einen Jägersitz aus Holz oder wird im entscheidenden Moment zum Gebäudekonstrukteur. Auch für den Bachlauf, der durch die Krippenlandschaft führt, ist er verantwortlich. Dazu hat er einen Zimmerbrunnen umfunktioniert. Schliesslich sollen die Besucher nebst der Weihnachtsmusik im Hintergrund ein beruhigendes Plätschern vernehmen.

Beim Arrangieren der Figuren lässt sich Elisabeth Müller ungern reinreden. Darum herrscht in diesem Gebiet strickte Aufgabenteilung. Ihr Toni ist für die Wüste zuständig, alles andere übernimmt sie. «Seit unsere drei längst erwachsenen Kinder klein waren, stelle ich in der Adventszeit eine Krippe auf», erklärt sie. Als gläubige Katholikin findet sie Halt in der Religion. Vor allem zu Maria habe sie einen besonderen Bezug. «Die Mutter Gottes hat mir schon in so manchen Lebenssituationen Halt und neue Kraft gegeben.»

Eine grosse Bedeutung

Anfänglich startete sie das Krippenprojekt mit der Heiligen Familie, einem Esel, einem Hirten und Schafen. Ein Packpapier diente als Kulisse. Jeden Tag durften die Kinder die Figuren ein Stück näher dem Christkind entgegenrücken. So habe sie das aus dem Ratgeber «Mit dem Kind durchs Kirchenjahr» gelesen. Dieser hatte ihr die Grossmutter geschenkt. Was nicht darin stand, für Elisabeth Müller aber bis heute ein schönes Erlebnis bleibt, ist die Tatsache, dass ihre Kinder – natürlich nur wenn sie brav waren – mit den Figuren in der Stube spielen durften. Auch Steine, Kies und Stroh fanden so den Weg in den Wohnraum. Die Augen der ehemaligen Bäuerin beginnen zu leuchten, wenn sie von diesen Erinnerungen erzählt. Leicht ist zu erahnen, wie sehr sie diese Zeit genoss.

Immer mehr Besucher

Je älter die eigenen Kinder wurden, umso weiter dehnte sich die Krippe in der heimischen Stube aus. Bis in den Gang reichte sie schon. Bald sprach sich herum, dass bei den Müllers im Rüteli eine ganz besonders beeindruckende Krippe steht. Schulklassen schauten vorbei und die verschiedensten Privatpersonen. Als der Ansturm immer grösser wurde, beschlossen Elisabeth und Toni Müller, die Krippe im nicht mehr benötigten Stall aufzustellen.

Geöffnet bis zum 5. Januar

Der Stall ist zu folgenden Zeiten offen:
Wochenende: 11 bis 18 Uhr
Werktags: 13.30 bis 18 Uhr, Montag und Donnerstag zu.
Über die Feiertage: 24. Dezember bis 17 Uhr; 25. Dezember geschlossen;
26. bis 29. Dezember nachmittags; 31. Dezember bis 5. Januar nachmittags.
Ausserhalb der Öffnungszeiten kann ein Termin telefonisch vereinbart werden. Gruppen bitte anmelden.
Tel. 055 283 18 84 oder 079 465 54 32. 

Zahlreiche Besucher aus der ganzen Schweiz zieht es seither während der Adventszeit nach Kaltbrunn. Ein Gast ist gar aus Saudi-Arabien angereist. Sogar ein Geldnötli hat er als Beweis ins Gästebuch geklebt. Diese Bücher sind ein kostbarer Schatz von Toni und Elisabeth Müller. Sie liegen auf einem der Tische der Festwirtschaft.

Unmittelbar neben der Krippe befinden sich die Tischgarnituren. Es kann also bei einem Krippen-Kafi oder bei Würstli und Brot in aller Ruhe das Wunderwerk bestaunt werden. Für Familien hat Elisabeth Müller ein Blatt mit der Weihnachtsgeschichte gestaltet. So können die Kinder anhand der Krippe die bekannte Geschichte immer wieder neu erleben. Und sie werden es finden, das Christuskind. In Windeln gewickelt in einem Stall, in den Händen der Jungfrau Maria getragen. Nicht in Bethlehem, aber im Rüteli ob Kaltbrunn.

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