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Alarm im Frühwarnsystem: Lebensräume schützen reicht nicht

Viele gefährdete Pflanzenarten sind von zuvor bekannten Standorten verschwunden. Für Forschende ist das ein klares Zeichen: Es müssen neue Lebensräume geschaffen werden.


In der Schweiz wird viel für den Erhalt und die Förderung der Biodiversität unternommen. Und trotzdem gibt es immer wieder neue Forschungsresultate, die den erschreckenden Zustand der Artenvielfalt in der Schweizer Flora und Fauna belegen. Offenbar reichen die Bemühungen nicht aus. Eine neue Studie liefert Hinweise zu möglichen Gründen dafür.

Mehr als ein Viertel der Populationen ist weg

Mit der Unterstützung von über 400 ehrenamtlichen Botanikern und Botanikerinnen haben Forschende der Universität Bern über 8000 alte, bekannte Standorte von 713 in der Schweiz gefährdeter Pflanzenarten besucht und deren Populationen überprüft. In mehr als einem Viertel der Fälle (27 Prozent) gab es die gesuchte Pflanze an ihrem einstigen Standort nicht mehr. 

Menschlicher Einfluss bringt Arten zum Verschwinden

Besonders oft scheinen jene Pflanzen verloren zu gehen, die in ihrem Lebensraum ständig von Menschen beeinflusst werden. Dazu gehören etwa die Randvegetation von Feldern und Äckern oder in Siedlungen sowie die Ackerbegleitflora. 

An diesen Standorten zeigten sich laut Mitteilung der Uni Bern doppelt so grosse Verluste wie bei Wald- oder alpinen Wiesenarten.

Ähnlich schlecht steht es um für Gewässer, Ufer und Moore typische Pflanzenarten. 

Vielfältige Ursachen

Als Gründe für den Artenverlust gibt es eine ganze Liste von Beispielen:

  • Grosser Dünge- und Herbizideinsatz
  • Verlust von Kleinstrukturen wie Steinhaufen und Ackerrandstreifen
  • Mikroverunreinigungen  in Gewässern
  • Düngerrückstände in Gewässern
  • Verlust natürlicher Flussdynamik durch Begradigungen
  • Kraftwerke für Wasserstrom
  • Trockenlegen von Moorflächen

Die Situation in der Schweiz spiegelt laut den Studien-Autoren die Lage in Europa. 

Renaturieren und Lebensräume schaffen

Das lokale Aussterben gefährdeter Arten ist für die Forschenden ein Frühwarnsystem. Die neuen Erkenntnisse seien wachrüttelnd und würden zeigen, dass der Schutz von Lebensräumen nicht ausreiche.

Potenzial sieht man vielmehr in der Renaturierung von Fliessgewässern und der Vernetzung von Lebensräumen mit ökologischer Infrastruktur. Dazu gehören Hecken, Steinhaufen, Tümpel oder Randstreifen im Landwirtschaftsland. Weiter werden eine weniger intensive Landnutzung und der Erhalt traditioneller Nutzungsmethoden empfohlen. 

Zusammen mit gezielter Artenförderung könnte man die gefährdeten Arten in der Schweiz und Europa erhalten, schreiben die Studien-Autoren. Ohne ein schnelles Handeln sehe es aber nicht gut aus für die seltensten Arten der Schweiz.

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