In den vergangenen 15 Monaten hat das Schweizer Stimmvolk drei landwirtschaftsfeindliche Volksinitiativen an der Urne deutlich abgelehnt. Die Abstimmungskämpfe wurden auf beiden Seiten intensiv geführt. Es wurde sehr viel Geld ausgegeben, viel aufgeklärt, viele Unwahrheiten wurden verbreitet und vieles pauschal abgeurteilt.
Was man sich wünschen würde
Als Landwirt würde ich mir aufgrund dieser Erfahrungen Folgendes wünschen:
- Unsere Verbände, allen voran der SBV, sollen gesellschaftliche Anliegen an die Landwirtschaft proaktiv aufnehmen und Verbesserungen vorschlagen, wo es Luft nach oben gibt und nicht der ganzen Landwirtschaft weh tut.
- Biobauern sollen weiterhin ihren Job so gut machen wie bisher. Die Biofunktionäre sollen sich mit den Leistungen der Biobauern profilieren und nicht mit Schlechtmacherei der übrigen Landwirte.
- Verwaltungsangestellte sollen zuhören und die praktizierenden Bauernfamilien in ihre Überlegungen, Verordnungsentwürfe und Richtlinien einbeziehen und nicht vom Bürotisch aus Vorschriften erlassen, die so nicht praktikabel sind und wenig bis nichts bringen – ausser administrativem Mehraufwand.
- Konsument(innen) sollen das kaufen, was sie mit dem Stimmzettel bestellt haben.
- Die landwirtschaftskritischen Medien sollen die ehrliche Arbeit und die Leistungen der Bauernfamilien akzeptieren und würdigen und etwas tiefgründiger recherchieren, wenn es wieder einmal darum geht, Sündenböcke zu finden.
- Aktuelle und zukünftige Initiativkomitees sollen von extremen Maximalforderungen abrücken.
- Gutmenschen sollen andere Branchen als die Landwirtschaft suchen, um sich zu verwirklichen.
Keine Rechtfertigungen mehr
Vielleicht würde es etwas langweiliger, wenn alle diese Wünsche in Erfüllung gingen. Aber die Bauernfamilien hätten wieder mehr Zeit und Energie, sich ihren Kernaufgaben zu widmen, anstatt sich ständig für ihre Arbeit zu rechtfertigen.
Zur Person
Andreas Buri ist Landwirt in Ossingen und Vorstandsmitglied des Zürcher Bauernverbands. Er schreibt schreibt regelmässig für die Rubrik «Arena» im Regionalteil Ostschweiz/Zürich der BauernZeitung.

