Am Mittwochabend fand in Rothenthurm das 8. Zentralschweizer Junglandwirteforum unter dem Titel «Agieren statt reagieren» statt. Das Thema sei gezielt ausgewählt worden, da aktuell viele Themenbereiche der Landwirtschaft im Wandel seien und die Landwirtschaft oft in den Verteidigungsmodus gerate. Durch ein frühzeitiges Agieren könnten jedoch viel Ärger und Arbeit eingespart werden, meinte einleitend Kommissionsmitglied Thomas von Euw.
Durch Aus- und Weiterbildung besser werden
Die Markthalle war mit gegen 300 Anwesenden sehr gut gefüllt. SVP-Nationalrat Marcel Dettling erwähnte in seinem Grusswort, dass diese Woche die Weltbevölkerung die Grenze von 8 Milliarden Personen überschritten habe. Die Landwirtschaft habe Zukunft, und sie müsse Nahrungsmittel produzieren.
«Agieren heisst ständig Fragen stellen.»
Der Tipp von Mario Bürgler vom Landwirtschaftsamt an die Jungen.
Der Vorsteher des Amts für Landwirtschaft Kanton Schwyz, Mario Bürgler, ging vor allem auf Herausforderungen ein, die es in Zukunft anzupacken gilt. So sei eine gute Aus- und Weiterbildung grundlegend, um den Betrieb wirtschaftlich auszurichten. «Unsere Arbeit ständig verbessern, den Wandel im Auge behalten und uns ständig Fragen stellen», heisst für Mario Bürgler agieren. Es gebe laufend Herausforderungen zum Anpacken, beispielsweise wie der Strukturwandel, die schrumpfenden Landwirtschaftsflächen, die Steigerung der Produktivität und auch wie der administrative Aufwand gesenkt werden könne. «Herausforderungen gehören zum Leben, nutzt die kantonalen Aus- und Weiterbildungsangebote, fordert auf eurem Betrieb eine Beratung ein und setzt euch füreinander ein», so Bürgler.
Nationalrat und Präsident des Schweizer Bauernverbandes Markus Ritter zeigte kurz und prägnant auf, dass landwirtschaftliche Vertreter im kantonalen und im nationalen Parlament essenziell sind. Junglandwirte sollten eine aktivere Rolle einnehmen und bei der Betriebsführung die eigenen Abläufe und Prozesse hinterfragen. Wachstum sei nur sinnvoll, wenn dies den vorhandenen Betrieb ergänze, nicht überlaste.
Viele Besserwisser bei Themen rund um die Landwirtschaft
Thomas von Euw, welcher die Diskussion moderierte, fragte Markus Ritter nach den Handlungsfeldern in der Politik. «Die Landwirtschaft ist so unter Druck, weil wir etwas haben, das die anderen nicht haben: Flächen wie Land und Wald.» Deshalb würden auch viele Personen in die Tätigkeit der Bauern dreinreden, meinte Ritter. Zudem nehme man die Landwirtschaft stark wahr, und viele meinten, sie wüssten besser, wie die Landwirtschaft funktioniere.
Gemeinsam mit allen grossen Wirtschaftsverbänden
Deshalb gebe es zwei Möglichkeiten: «Politik selbst machen, oder die anderen machen es.» Auf Gemeindeebene sei ein Einstieg aufgrund der Nähe zu den Leuten am besten. Ritter begründete auch, wieso sich für die kommenden Wahlen 2023 der SBV mit allen grossen Wirtschaftsverbänden zusammengeschlossen habe. Es müssten wieder Perspektiven für die Schweiz geschaffen werden. Der ländliche Raum müsse dafür mobilisiert werden.

