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Frauenpower im Vorstand der Schwyzer Bauern

Zwei Bäuerinnen aus Gersau wurden von den rund 100 Delegierten neu in den Vorstand der Schwyzer Bauernvereinigung (BVSZ) gewählt.

Folgend auf den Erfolg am 13. Juni 2021, wo die beiden nationalen Agrar-Initiativen deutlich abgelehnt wurden, möchten die Schwyzer Bauern den Schwung in den anstehenden Kampf gegen die Massentierhaltungs-Initiative mitnehmen.

Grosse Wertschätzung

«Wir hoffen im Kanton Schwyz auch dieses Mal wieder auf ein sensationelles Abstimmungskomitee zählen zu können», erklärte Geschäftsführer Franz Philipp an der Delegiertenversammlung der Schwyzer Bauernvereinigung (BVSZ). Die letztjährige Unterstützung durch alle nationalen Parlamentarier, den Gewerbeverband und Gastro Schwyz sei eine grosse Wertschätzung für die lokale Landwirtschaft gewesen. «Wir wünschen uns, dass durch eine klare Ablehnung der Massentierhaltungs-Initiative endlich auch die Flut von Initiativen gestoppt werden kann. Denn aktuell steht die Welt vor bedeutenderen Problemen», betonte Bauernpräsident Albin Fuchs vor rund 100 Delegierten.

Unter den Gästen war auch Andreas Barraud, Vorsteher des Volkswirtschaftsdepartements. Er wies auf das neue kantonale Landwirtschafts- und Ernährungskonzept hin, welches in absehbarer Zeit präsentiert wird. Darin seien diverse Korrekturen zugunsten der produzierenden Landwirtschaft vorgesehen. Schwerpunkt des Konzeptes sind die Themen Förderung von naturnahen Produktionssystemen, verstärkte Aus- und Weiterbildung, Erhaltung und Erhöhung der Wertschöpfung und die Unterstützung der Struktur- und Einkommensentwicklung. «Was mit der Landwirtschaft passiert, geht uns alle an», betonte Barraud.

An der Versammlung wurden die neuen Meisterlandwirte und Agrotechniker geehrt.
An der Versammlung wurden die neuen Meisterlandwirte und Agrotechniker geehrt.

Beliebter Beruf

Nicht nur Themen der Landwirtschaft bewegen grosse Teile der Bevölkerung, auch die Ausbildung im Agrarbereich erfreut sich grosser Beliebtheit. Gesamthaft 90 junge Menschen absolvieren im Kanton Schwyz auf rund 75 Lehrbetrieben aktuell die Ausbildung zum Landwirt.

Auch der Bäuerinnenkurs ist beliebt, der Lehrgang am Kompetenzzentrum Römerrain in Pfäffikon ist ausgebucht. «Das sind Zahlen wie schon seit Jahren nicht mehr», freute sich Benno Dillier, der Vorsitzende der Arbeitsgruppe Bildung der BVSZ. Freude hatte Dillier auch an der Tatsache, dass er gleich zwei langjährige Ausbildungsbetriebe auszeichnen durfte. Irene und Hans Ruhstaller aus Trachslau und Luzia und Franz Diethelm aus Schübelbach bildeten beide bereits je 20 Lernende aus. Auch neun frischgebackene Meisterlandwirte und ein Agrotechniker wurden geehrt.

Wolfsproblematik

Infolge der eingeschränkten Verbandstätigkeit verminderten sich die Aufwände der Bauernvereinigung. Kassier Adolf Fässler konnte dadurch eine sehr erfreuliche Rechnung mit einem Gewinn von 78'000 Franken präsentieren. Im laufenden Jahr ist die BVSZ wieder in mehreren Projekten aktiv. Neben dem Abstimmungskampf steht auch das emotionale Thema der Grossraubtierproblematik im Mittelpunkt. «Ein Blick in den Kanton Graubünden zeigt, was in Zukunft auf uns zukommen wird. Bisher sind wir noch mit einem blauen Auge davongekommen», so Geschäftsführer Franz Philipp.

In den nächsten Wochen findet auf Initiative von BVSZ-Vorstandsmitglied Ruedi Fässler ein Treffen mit dem Amt für Jagd, dem Amt für Landwirtschaft, dem Herdenschutz, dem Kleinviehzuchtverband und der Oberallmeindkorporation, der grösste Alpbesitzer des Kantons, statt. Dabei soll die Zuständigkeit bei Wolfsangriffen vollständig abgeklärt werden. Auch in der Entschädigung der Mehraufwendungen durch die Präsenz des Wolfes will die BVSZ Verbesserungen sehen. «Die Schäden müssen vollumfänglich entschädigt werden, und zwar nicht aus dem Agrarkredit, sondern aus anderen Quellen. Denn die Schweizer Bevölkerung sprach sich mit der Ablehnung des Jagdgesetzes für den Wolf aus, darum soll der Mehraufwand der Betroffenen auch abgegolten werden», so Philipp weiter.

Gleich zwei Bäuerinnen aus Gersau wurden neu in den Vorstand der Schwyzer Bauern gewählt. Die 40-jährige Silvia Ott-Betschart ist die neue Vertreterin der Bauernvereinigung Gersau. Sie löst Daniel Camenzind ab, welcher nach vier Jahren zurücktrat. Ein Grund für seinen Rücktritt war, dass seine Frau Edith Camenzind-Feer als neue Präsidentin der Schwyzer Bäuerinnen ebenfalls im BVSZ-Vorstand Einsitz nimmt.

Neben vier weiteren Vorstandsmitgliedern wurde auch Präsident Albin Fuchs einstimmig für eine weitere Amtsdauer bestätigt.

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