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Tierhaltung
Publiziert: 30.10.2018 / 09:39
Zwei Olma-Missen aus St. Gallen

Am Tag der Milchkühe an der diesjährigen Olma fand die 17. Vier-Rassen-Eliteschau statt. Es wurden fünf Missentitel in den Rassen Holstein, Fleckvieh, Jersey, Braunvieh und Original Braunvieh verliehen. Die Ostschweizer Viehzucht zeigte sich dabei von der besten Seite und war erfolgreich.

Olivier Buchs von Holstein Switzerland durfte die 17. Vier-Rassen-Eliteschau mit seinen Ausführungen rund um die Holstein-Kuh eröffnen. Derweil war Jacques Rouiller aus Rossens FR bereits daran, die erste Abteilung der Schwarzbunten zu richten. Der Meisterzüchter setzte in dieser ersten Abteilung Doorman Tinkabelle von Fredy Roth, Amriswil TG zuoberst. Dritte wurde High Octane Kolumbia von Linus Ziegler, Niederbüren SG. Die zweite Abteilung mit den Zweitlaktierenden gewann Maxim Cindarella von Roman Egger, Häggenschwil SG. Sie gewann schliesslich auch den Titel Miss Olma Holstein dank ihrem sehr hoch angesetzten Euter sowie ihrer besseren Kapazität im Vergleich zur Siegerin aus der ersten Abteilung.

In der Rubrik Fleckvieh Kat. 1 gewann Lactoste-ET Tochter Cardinale aus dem Stall von Armin Göldi, Amriswil TG. Miss Fleckvieh Kat. 2 wurde Curtis Josefine von David aus der Maur, Hosenruck TG.

Ältere Miss Jersey

Den Titel Miss Olma Jersey holte sich etwas überraschend, aber durchaus nicht unverdient eine 7-jährige Kuh. Fantom Linda von Jakob Fuster, Appenzell-Meistersrüte AI befindet sich in der sechsten Laktation, ihr Euter ist aber nach wie vor sehr hoch und die Verbundenheit in die Bauchwand sowie ihre Tiefe wussten dem Richter zu gefallen. Für Fuster, der seinen Tierbestand bald an die nächste Generation übergeben darf, sei dies bestimmt ein würdiger Abschluss seiner Betriebsführung, meinte Martin Zemp, Vizepräsident des Jerseyzuchtvereins.

Miss OB aus dem Wallis

Anschliessend gab es nicht nur auf der Position des Kommentators einen Wechsel, sondern auch eine andere Rasse zu bestaunen. Unter dem Kommentar von Martin Rust, Vizedirektor von Braunvieh Schweiz, lief daraufhin die Abteilung der Original Braunen ein. Winzer Waldi von Paul Christen, Binn VS überzeugte Richter Andreas Huber am meisten. In einer Abteilung, die insgesamt sehr fundamentstark war, stach sie mit ihrer Ausgeglichenheit und dem besten Euter heraus. Rino Nadia von Christoph Rhyner, Nassen SG wurde gute Dritte.

Starke Braunviehtiere

In den fünf Abteilungen Braunviehkühe gab es insgesamt ein hohes Niveau der modernen Viehzucht zu bestaunen. Bestes Beispiel dafür ist die Siegerin der ersten Abteilung. Aus dem Stall von Heini Stricker, Mörschwil SG konnte Blooming Loelle die Abteilung der jüngeren Kühe in der ersten Laktation gewinnen. Dank ihrer Breite und ihrer Länge sowie einem hervorragenden Euter setzte sie sich vor Fortuno Bibiana von Jakob Fuster, Appenzell Eggerstanden AI durch. Auf die weitere Entwicklung von Loelle darf man gespannt sein.

Die zweite Abteilung der älteren Kühe in der ersten Laktation gewann ebenfalls eine Blooming-Tochter. Samantha von Thomas Roffler, Grüsch GR holte den Abteilungssieg sowie den Schöneuterpreis. Dritte in dieser Abteilung wurde Blooming Waterloo von Hans Hobi, Flums Hochwiese SG. 

Auftritt kleiner Rassen

Danach sorgten zwei Kühe einer weiteren Rasse, die in der Olma-Arena vorgeführt wurden, für eine kleine Abwechslung. Für einmal gehörte die ganz grosse Bühne in St. Gallen den etwas kleineren Grauviehkühen Orneus Kim von Martin Dörig, Weissbad AI sowie Harry Malibu von Andreas Wälli, Nesslau SG. Auch nicht allzu verbreitete Rassen hatten an der diesjährigen Olma ihr Schaufenster, um auf ihre Vorzüge hinzuweisen. Denn auch nach der dritten Abteilung Braunviehkühe konnte man zwei Hinterwälderkühe betrachten. 

Rahmenstarke Prinzessin

Jene dritte Abteilung mit Kühen in der zweiten Laktation gewann die spätere Miss Olma Braunvieh. Fanstastic Prinzessin von Rolf Bänziger, Grub SG setzte sich vor Edgard Jupita von Thomas Gantenbein, Oberegg AI durch. Nicht nur dank dem besten Euter in dieser Abteilung, sondern auch mit ihrem beeindruckenden Rahmen mit viel Breite und Tiefe sowie Vorteilen in der oberen Linie überzeugte sie den Richter Andreas Huber nachhaltig. So setzte er Prinzessin später auch vor Jupita den Missentitel auf. 

Abteilung 4 mit den Kühen in der 3. Laktation gewann Ajax Wendy von Jakob Wickli, Ennetbühl SG mit dem besten Euter in dieser Abteilung. Zweite wurde Calvin Renita von Hansueli Lanker, Waldstatt AR. Danach erhielten die 100'000-er Kühe die volle Aufmerksamkeit der zahlreichen Schaubesucher. Martin Rust meinte, dass diese Kühe beste Beispiele für die Langlebigkeit dieser Rasse sind und lobte die intensive Betreuungsarbeit, die die Halter dieser Tiere tagtäglich vollbringen. 

Beeindruckende Zucht

Auch die Zuchtfamilie Helga wurde zwischen den Abteilungen in der Arena vorgeführt. Die fünf Töchter im Besitz der BG Lorze, Zug ZG gehen zurück auf die Stammkuh Zeus Helga, die von Ernst Biser, Lustmühle AR gezüchtet wurde. Insbesondere Blooming Hilma strahlte die Produktivität aus, die in dieser Linie steckt. Die sechsjährige Kuh erzielte in ihrer Höchstleistung in der dritten Laktation in 305 Tagen beeindruckende 10'177 Kilogramm Milch mit sagenhaften 3,89 Prozent Eiweiss.

Die 5. Abteilung gewann Georg Milka von Renzo Blumenthal, Vella GR. Sie setzte sich vor Erkan Erika von Hansruedi Knaus, Hoffeld SG und Vasir Jakson von Hans-Jörg Meier, Waldkirch SG durch. Obwohl Milka insgesamt auch das beste Euter in dieser Abteilung hatte, zeigten auch die Zweit- und die Drittplatzierte äusserst starke Euter. 

Züchternachwuchs

Nach der Bekanntgabe der Siegerin rundete der Musikverein Uzwil-Henau die gelungene Veranstaltung klangvoll ab. Den Schlusspunkt durfte David Ackermann setzen. Der Präsident der Braunvieh-Jungzüchter Vereinigung gab die Auswertung des Jungrichterwettbewerbs bekannt. Bei den über 18-Jährigen gewann mit 18 Differenzpunkten Bernhard Seelhofer aus Schüpfen BE vor Lorena Gut, Muolen SG und Silvan Fürer, Arnegg SG. Bei den unter 18-Jährigen siegte Beat Schildknecht aus Gossau SG vor Roman Giger, Schänis SG und Marcel Schirmer, Goldingen SG. Die nächste Generation vielversprechender Viehzüchter aus der Ostschweiz steht bereit.

Pirmin Zürcher,
Landwirtschaftliches Zentrum St. Gallen, Fachstelle Rindvieh

Die vollständige Rangliste finden Sie hier.

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