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Zwischen Rübenrüssler und Unkraut: Biozuckerrüben bleiben anspruchsvoll

Wer Biozuckerrüben anbaut, braucht Beobachtungsgabe, Flexibilität und die richtige Strategie. Das zeigt das Jahr 2026 mit schwierigen Wetterbedingungen und starkem Rübenrüsslerbefall. Forschung und Praxis arbeiten an Lösungen – ein Patentrezept gibt es aber noch nicht.

Biozuckerrüben sind eine anspruchsvolle Kultur. Das Jahr 2026 verdeutlicht dies mit schwierigen klimatischen Bedingungen und einem starken Befall durch den Rübenrüssler. «Dies stellt den Anbau von Biozuckerrüben nicht grundsätzlich infrage, die Eignung für bestimmte Regionen oder Parzellen allerdings schon», so Raphaël Charles, Forscher am FiBL. Besonders be­troffen sind dabei oberflächliche oder sehr durchlässige Böden in trockenen Regionen ohne Bewässerungsmöglichkeiten sowie Flächen, auf denen bereits intensiv Zuckerrüben angebaut werden.

Dennoch wurden in den letzten Jahren bedeutende Fortschritte erzielt, insbesondere bei der mechanischen Unkrautbekämpfung. «Es zeichnen sich Lösungen ab, doch die erforderlichen Investitionen stellen nach wie vor eine Herausforderung dar», so Raphaël Charles. «Im Biorübenanbau gibt es kein Patentrezept, im Gegensatz zu etablierten und bewährten Kulturen wie Getreide.»

Das Projekt «VulgBettBio», welches vom Bundesamt für Landwirtschaft, von Coop und Bio Suisse unterstützt wird, hat zum Ziel, das vorhandene Wissen zu bündeln, um es den Betrieben zur Verfügung zu stellen. All jenen, die in diese Kultur einsteigen möchten, empfiehlt Raphaël Charles: «Informieren Sie sich und tauschen Sie sich mit den Zuckerrübenbetrieben Ihrer Region aus – und lesen Sie die vorhandene Fachliteratur aufmerksam durch.

Kommentar von Thomas Läser, Landwirt, Domaine de l’Abbaye, Presinge GE (Bild: zVg)

Beim Anbau flexibel bleiben

Biozuckerrüben sind eine Kultur, die mich begeistert, auch wenn ich beim Aussäen immer ein wenig nervös bin. Auf der Domaine de l’Abbaye bauen wir sie seit etwa zehn Jahren an. Dabei haben wir uns für die
Saat anstelle der Pflanzung entschieden. Letztere bietet zwar mehr Sicherheit im Hinblick auf Unkraut, ist aber auch deutlich teurer. Unsere Strategie besteht darin, eine etwas grössere Fläche auszu­säen. Sollte eine Parzelle aufgrund von Schädlingen oder Unkrautbefall wirklich schlecht wegkommen, können wir sie noch umpflügen und beispielsweise Mais anbauen.

Die grösste Herausforderung bleibt jedoch die Unkrautbekämpfung. Wir fahren mehrmals mit dem Hackgerät über die Felder und investieren je nach Jahr noch immer viele Stunden Handarbeit. Mit unserem neuen In-Row-
Hackgerät «Ullmanna» wollen wir diesen Arbeitsaufwand deutlich reduzieren. Der Anbau von Biorüben erfordert viel Beobachtungsgabe, Reaktionsfähigkeit und Flexibilität.
Aber genau das macht es für mich interessant.

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