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Unkrautbekämpfung: «Distel ist nicht gleich Distel»

Es gibt verschiedene Arten der Distelpflanze. Nicht alle müssen zwingend bekämpft werden. Wo aber eine Regulierung notwendig ist, gilt es, die richtige Strategie anzuwenden, sagt der Fachmann.


In der Beratung häufen sich Fragen rund um die Regulierung von Problempflanzen wie Blacken, Ackerkratzdisteln, Weisser Germer, Jakobs- und Alpenkreuzkraut. Aber auch Neophyten wie das Berufkraut und die Goldrute werden immer mehr zum Thema. Damit eine Regulierung effizient und effektiv durchgeführt werden kann, ist es von eminenter Wichtigkeit, neue Problempflanzen früh zu erkennen. Zudem ist es natürlich entscheidend, dass dann die richtige Regulierungsmassnahme zum richtigen Zeitpunkt stattfindet. Speziell bei den Disteln gilt es hier ein paar wesentliche Punkte zu beachten.

Die Distelart zuerst bestimmen

Viele Distelarten sind für Schmetterlinge und Co. sehr wertvoll und müssen nicht spezifisch zurückgedrängt werden. Es gibt aber einige Arten, bei denen eine Regulierung nötig bis zwingend ist. Folgende Distelarten sind im Grünland prioritär zu bekämpfen:

  • Ackerkratzdistel
  • Gewöhnliche Kratzdistel
  • Wollköpfige Kratzdistel
  • Sumpfkratzdistel.

Grundsätzlich unterscheiden wir in zweijährige und in ausdauernde Distelarten. Damit die Regulierungsstrategie erfolgreich ist, muss man wissen, um welche Distelart es sich überhaupt handelt (Überblick siehe Tabelle).

Distelart Regulierung Lebensdauer Wurzelart Regulierungsstrategie
Ackerkratzdistel zwingend ausdauernd unterirdische Ausläufer mehrmaliges Mähen oder Ausreissen, chemisch
Gewöhnliche Kratzdistel wichtig 2-jährig Pfahlwurzel Stechen mit Wurzel
Wollköpfige Kratzdistel wichtig 2-jährig Pfahlwurzel Stechen mit Wurzel
Sumpfkratzdistel wichtig 2-jährig Büschelwurzel Aushacken

Eigenschaften verschiedener Disteln in Wiesen und Weiden und deren Regulierungsstrategie. (Quelle Zusammenstellung vom AGFF-Merkblatt U11)

Wenn sich dies auf den ersten Blick nicht herausfinden lässt, könnte die Wurzel weiterhelfen. Zweijährige Distelarten entwickeln im ersten Jahr eine Rosette und erst im zweiten Jahr den Stängel mit den Blüten. Wenndie Pflanze durch Säuberungsschnitte am Blühen gehindert wird, wird sie ebenfalls ausdauernd. Deshalb ist bei den zweijährigen pfahlwurzelbildenden Distelarten das Ausstechen die beste Variante.

Die Ackerkratzdistel (unten) unterscheidet sich von anderen Distelarten wie der Sumpfkratzdistel (oben) und der Gewöhnlichen Kratzdistel (Mitte) durch ihre unterirdischen Ausläufer.

Ackerkratzdistel ist aufwendiger zu bekämpfen

Die Sumpfkratzdistel hingegen bildet keine Pfahlwurzel und kann deshalb auch ausgehackt werden. Dabei muss ein grosser Teil der Wurzel mitkommen. Bei trockenem, warmen Wetter kann die ausgehackte Pflanze liegenbleiben.

Bei den mehrjährigen Distelarten, speziell aber bei der Ackerkratzdistel, ist die Bekämpfung ohne Pflanzenschutzmittel schwieriger und aufwendiger. 

Mehrmals im Jahr über Jahre dran bleiben

Im ersten Jahr keimt die Pflanze und bildet eine einfache Wurzel, dann kann sie noch relativ einfach ausgezogen werden. Im zweiten Jahr bildet die Ackerkratzdistel unterirdische Ausläufer und es entstehen mit der Zeit die typischen Nester.

Für die Bekämpfung von solchen Nestern muss folgendes beachtet werden: Die Ackerkratzdistel legt über den Sommer Reservestoffe an. Diese Reservestoffe braucht die Pflanze zum Überwintern und um im Frühling wieder Blattmasse zu bilden. Das Ziel der Bekämpfung muss nun sein, der Pflanze die Reserven zu nehmen. Dies ist nur mit einer mehrmaligen Bekämpfung pro Jahr und über mehrere Jahre möglich. Dabei sollte die erste Bekämpfung möglichst früh gemacht werden.

Aber Achtung – wenn man mit der Regulierung startet, bilden sich aus den unterirdischen Ausläufern weitere Sprosstriebe und man hat das Gefühl, dass es viel mehr Disteln hat.

Die richtige Methode auswählen

Unkrautbekämpfung ist eine zeitraubende und intensive Arbeit, weshalb es umso wichtiger ist, dass man die vorhandene Zeit sinnvoll einsetzt und die richtige Methode auswählt und dann auch durchzieht. Vielfach ist auch eine Kombination von Ausziehen und Schneiden erfolgreich. Das schlimmste, was man machen kann, ist, nichts zu tun.

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