Das Interesse am Luzerner Lachgasprojekt ist bei den Bauern vorhanden

Intelligente Düngung, N-optimierte Fütterung und teilweise Pflanzenkohle zur Senkung von Lachgasemissionen: Rund 30 Bauern aus der Region Sursee nahmen an der Informationsveranstaltung teil. Nun läuft die Anmeldung für das neue Ressourcenprojekt.

Massnahmen zur Reduktion von Lachgasemissionen auf Landwirtschaftsbetrieben testen und evaluieren. Das ist das Ziel eines neuen Ressourcenprojekts im Kanton Luzern. Gesucht sind rund 50 Betriebe aus dem Wahlkreis Sursee. Dazu fand am 1. Juli 2026 eine Informationsveranstaltung statt.

Das Interesse sei mit rund 30 Teilnehmenden erfreulich hoch gewesen, sagt Projektleiter Tobias Härri von der Dienststelle Landwirtschaft und Wald (Lawa). Die dabei gestellten vielfältigen Fragen zu den einzelnen Massnahmen sowie zum zu erwartenden Arbeitsaufwand und die konstruktive Diskussion hätten gezeigt, dass viele Bauern sich schon im Vorfeld mit dem Projektinhalt auseinandergesetzt hätten. Erfreulich sei auch das breite Spektrum an Betrieben.

Individuelle Beratungen

Einzelne kritische Rückmeldungen habe es zu den Teilnahmebedingungen gegeben, so zur verlangten maximalen Stickstoffbedarfsdeckung von 90 Prozent gemäss Suisse-Bilanz. Mit dem Infoanlass sei das Projekt nun offiziell gestartet worden. Ob genügend Betriebe mitmachen, zeige sich Ende 2026 nach Abschluss der individuellen Massnahmenberatungen, sagt Tobias Härri. Landwirtschaftsbetriebe aus der Region Sursee könnten sich jetzt melden. Start der Massnahmenumsetzung ist im Januar 2027.

Verband empfiehlt die Teilnahme

Mit am Anlass dabei war Christian Galliker vom Vorstand des Luzerner Bäuerinnen- und Bauernverbandes (LBV).  Der Verband begrüsst es, wenn möglichst viele Betriebe am Projekt teilnehmen. Das Lachgasprojekt helfe, wirtschaftlich sinnvolle Massnahmen ohne bedeutende Senkung der Produktion zu finden.

Galliker wies darauf hin, dass dieses Projekt eine Massnahme aus dem Luzerner Klimabericht sei. Der LBV habe sich bei der Beratung des Berichtes politisch erfolgreich dafür eingesetzt, dass keine direkte Reduktion der Tierbestände im Kanton Luzern angestrebt werde. «Solange Konsumentinnen und Konsumenten unvermindert Lebensmittel mit relativ hohem Fussabdruck kaufen, müssen wir sie dort produzieren, wo dies ressourceneffizient gemacht wird. Und da ist die Luzerner Landwirtschaft stark», betonte Christian Galliker.

Trotzdem gebe es auch Potenzial für Verbesserungen in der Produktion. Eines davon sei die Senkung der stark klimawirksamen Lachgas-Emissionen. «Wir haben uns in der Erarbeitung des Projekts dafür eingesetzt, dass der Aufwand und ein potenzieller Ertragsausfall voll entschädigt werden und die Massnahmen eine betriebliche Ausrichtung auf die Produktion weiterhin erlauben.»

Problem Lachgas

Lachgas hat ein 300-mal stärkeres Treibhausgas-Potenzial als CO₂. Quellen sind vor allem Böden, Hofdüngerlager und Stall. Es entsteht durch den Abbau von Stickstoffverbindungen durch Mikroorganismen. So bei nicht bedarfsgerechter Düngung oder nassen und verdichteten Böden. Im tierintensiven Kanton Luzern sei die Lachgaskonzentration doppelt so hoch wie im Schweizer Durchschnitt, hiess es an der Veranstaltung.

Das deshalb hier gestartete Ressourcenprojekt biete beteiligten Betrieben die Chance, mit individuellen Massnahmen aufzuzeigen, was in der Praxis funktioniere. Ziel ist eine Reduktion der Lachgasemissionen von 20 Prozent durch entsprechende Massnahmen im Bereich Düngung und Fütterung, beispielsweise durch teilflächenspezifische N-Düngung, N-optimierte Milchviehfütterung oder Einsatz von Pflanzenkohle. Das Projekt dauert von 2027 bis 2034 und wird von Bund und Kanton finanziert.

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