Auf ihrem Hof Soldadis konnten die Züchterfamilie Liver, die sich der Original-Braunvieh-Zucht verschrieben hat, gleich eine Halteprämie von Liver’s OB Valido Vincenzo (58 Punkte), zwei weibliche Zuchtfamilien von Rino Romina (79 Punkte) und Robin Roberta (73 Punkte) und dazu noch die 100 000er-Kuh Robin Regina auf einmal präsentieren.

Maximum in Vornoten

Die OB-Halteprämie von Vincenzo bestand aus total 21 Stück Vieh. Darunter befanden sich bereits zehn Kühe, mehrere davon aus dem Zuchtbetrieb Marcel Bürkli, Untervaz, wo der Muni im Natursprung im Einsatz war. Dank des hohen Gesamtzuchtwertes von 1190 Punkte erreichte Vincenzo in der Vornote das Maximum von 20 Punkten. Im Exterieur gefielen die Nachkommen mit einer stabilen oberen Linie und ideal geneigten und langen Becken. Eine gewisse Streuung war laut den Experten im Fundament auszumachen, insbesondere im Winkel und Ausprägung. Die Euter der gekalbten Töchter zeigten sich funktionell, wobei darunter auch sehr starke Euter waren. Die Nachkommen zeigten eine überdurchschnittliche Bemuskelung.

Gesamthaft konnten die beiden Experten Philipp Dahinden und Sepp Portmann die Halteprämie mit hohen 58 Punkten auszeichnen. Das Pedigree von Vincenzo beeindruckt mit vielen enorm langlebigen Tieren. Seine achtjährige Mutter Rino Romina weist bereits eine Lebensleistung von 39 806 kg Milch auf. Dahinter finden sich nur noch Dauerleistungs- (DL) oder Zuchtfa-milienkühe (F). Grossmutter Robin Regina (3DL, F75) stand an der Halteprämien-Präsentation ebenfalls auf dem Platz und zeigte sich trotz über 100 000 kg Milch Lebensleistung immer noch rüstig. In Vincenzo’s Abstammung folgen Milton Melani (DL), Luzius Lotti (3DL, F77), Fabian Kroni (2DL, F42) und Hamlet Wega (3DL, F42) und die Dauerleistungskuh Madrano Bella (Jg. 1972). Wie so oft in der Zucht kam diese Zuchtlinie per Zufall auf den Betrieb Soldadis von Jürg Liver und seinem Vater Beat.

Kalb in Thusis gekauft

Der Vater vom heutigen Seniorchef Beat Liver schickte 1972 den damaligen Jüngling auf den Markt nach Thusis. Er solle dort ein Kalb kaufen, was dieser beim Viehhändler Schätti tat. Er kaufte das zuvor erwähnte Tier Bella. Der Kauf überzeugte den Vater nicht wirklich. «Er meinte, ich wäre an diesem Tag besser zu Hause geblieben», erinnerte sich Liver. Entsprechend gross war die Freude bei den Livers, dass aus diesem Viehkauf heute eine grosse Zahl ihrer Tiere abstammt.