Beim Weltrindertierärztekongress in Madrid trafen sich laut einer Meldung auf dem Onlineportal von Agrarheute über 3200 Tierärzte aus 74 Ländern zum globalen Erfahrungsaustausch. Auch neue Erkenntnisse zum Thema Ketose seien vorgestellt worden.

So sei noch mal klar geworden, dass Ketosen nicht nur ein Problem von frischabgekalbten Kühen seien, sondern es deutlich auch über den ersten Kalbemonat hinausgehe. «Während im Schnitt im ersten Monat rund neun Prozent aller Kühe eine Ketose hatten, halbierte sich dieser Wert in den Folgemonaten. Das heisst, dass jede zwanzigste Kuh auch im ersten Vierteljahr nach der Kalbung an einer Ketose erkranken kann», berichtet Agrarheute.

Behandlung nicht mehr gleich wie vor 10 Jahren

Bei der Frage der richtigen Behandlung einer Ketose habe sich in den letzten Jahren viel getan. Während laut Agrarheute noch vor zehn Jahren ein Rundumschlag aus Glucose-Infusion, Cortison- und Phosphor-B12-Injektionen und oralen Propylen-Gaben Standard gewesen sei, habe sich gezeigt, dass in den allermeisten Fällen die mehrtägige orale Propylenglycol-Gabe vollkommen ausreichend sei.

Neues Ergebnis überrascht

Eine Forschergruppe aus den USA hat nun laut der Online-Meldung von Agrarheute herausgefunden, dass die Behandlung mit Rotwein bei subklinischer Ketose sogar besser sein soll als die Propylenglycol-Gabe. Zwei Liter Wein am ersten Tag und jeweils ein Liter an den beiden Folgetagen sei insgesamt erfolgreicher gewesen als alle anderen Behandlungen.  «Insbesondere die älteren Kühe ab der zweiten Laktation profitierten davon», heisst es bei Agrarheute.

Nicht wegen dem Alkohol

Es war allerdings nicht der Alkohol, der gemäss der Meldung für Linderung sorgte, sondern andere nützliche Inhaltsstoffe, die sich im Rotwein befinden. Darunter Tannine, die entoxifizierend, also entgiftend, und darmregulierend wirken könnten und Polyphenole, die eine entzündungshemmende Wirkung haben könnten. 

Unter den Tierärzt(inn)en des Weltrindertierärztekongresses habe diese Praxisbeobachtung für viel Aufmerksamkeit gesorgt, schreibt Agrarheute.

Die BauernZeitung rät zur Vorsicht und empfiehlt: Bitte nicht ausprobieren, sondern den Tierarzt oder die Tierärztin des Vertrauens um Rat fragen.