Vor vielen Jahren hat Demeter-Landwirt Andreas Schneider aus dem bernischen Walkringen die bald siebzehnjährige Hinterwälder-Kuh Rösli aufgrund eines Inserats im Magazin Tierwelt gekauft. «Sie war in einer Herde mit nicht so schönen Tieren mit Abstand die Schönste», erinnert sich Schneider, «umso erstaunter war ich darüber, dass sie zum Verkauf stand.» Schneider kaufte also Rösli und führte sie heim ins Emmental.

Kaum zu Hause eine böse Überraschung

Dort erlebte er bald eine unschöne Überraschung: Schneiders Tierärztin diagnostizierte bei Rösli den gefürchteten Erreger Staphylococcus Aureus. Die Fachfrau ging deshalb davon aus, dass Rösli wohl bald würde gehen müssen. Aber Schneider wollte das nicht wahrhaben: «Wir haben Rösli gemolken, bis sie in den Galtzustand ging. Dann hat sie sich vollständig erholt», erzählt er. «Angesichts der positiven Entwicklung und weil sie trächtig war, haben wir sie behalten. Während ihrer nächsten Laktation haben alle Werte gestimmt, sie hat sich komplett regeneriert.» So hat Schneider schon seit vielen Jahren Freude an seiner kleinen Kuh. Er hat sie 2013 sogar an der Dauerausstellung der Berner Ausstellung für Gewerbe, Landwirtschaft und Industrie BEA zeigen können. Aktuell ist Rösli wieder trächtig. «Es wird wohl das letzte Mal sein», schätzt Andreas Schneider. «Rösli ist jetzt schon eine alte Kuh und man merkt es ihr auch an. Sie ist nicht mehr so gut zu Fuss wie früher», erzählt Schneider. Er hofft aber, dass sein Rösli die Tragezeit und die bevorstehende Geburt gut übersteht. «Ich möchte es ihr gönnen, denn sie hat uns Freude gemacht und unsere Zucht entscheidend geprägt.»