Bisher gab die neue Tierverkehrsdatenbank (TVD) für Schafe und Ziegen vor allem wegen technischer Probleme und entzündeter Ohren zu reden. Nun meldet Identitas als Betreiberin der TVD, man habe die neu gewonnen Daten erstmals analysiert. Die Statistiken werden wie jene zu den anderen Heim- und Nutztieren in kompakter Form auf der Plattform Tierstatistik veröffentlicht. 

Zahlen im Rahmen der Erwartungen

Daraus, dass die Daten der TVD mit den Zahlen des Bundesamts für Statistik übereinstimmen, schliesst Identitas, dass die Tierhaltenden das Melden der Einzeltierdaten «pflichtbewusst umgesetzt haben». Auch die Bestellungen der Ohrmarken sowie die Schlachtungsmeldungen bewegten sich im Bereich der bekannten und erwarteten Werte.

Wer profitiert von der TVD?

Von den Erkenntnissen profitieren laut Mitteilung von Identitas neben dem Bund auch der Handel, die Qualitätssicherung und die Zucht sowie allgemein das Management der Schweizer Tierpopulationen. «Die Eckwerte und Trends, die sich aus den Analysen ergeben haben, können die verschiedenen Akteure der Schaf- und Ziegenbranchen zudem in der Entscheidungsfindung unterstützen.»

Statistiken aus der neuen TVD

Folgendes bezeichnet Identitas als die wichtigsten Erkenntnisse:

  • Seit Januar 2020 wurden insgesamt rund 332'000 Schafe erstregistriert und 181'000 Geburten gemeldet. In derselben Zeitperiode wurden rund 107'000 Schafe geschlachtet.

  • Seit Januar 2020 wurden insgesamt rund 80'000 Ziegen erstregistriert und 53'000 Geburten gemeldet. In derselben Zeitperiode wurden rund 29'000 Ziegen geschlachtet.

  • Der Kanton Bern hält vor Graubünden, Wallis und St. Gallen am meisten Schafe. Bei den Ziegen führt wiederum der Kanton Bern die Bestände an, gefolgt von Graubünden, St. Gallen und Tessin.

  • Rund 9'500 Tierhaltungen mit Schafen und 6'700 Tierhaltungen mit Ziegen melden auf die neue, erweiterte TVD für Kleinwiederkäuer.

  • Bei den Schafen dominieren das Weisse Alpenschaf, das Schwarzbraune Bergschaf, das Braunköpfige Fleischschaf sowie das Walliser Schwarznasenschaf die Bestände. Viele kleinere Bestände kommen addiert auf substanzielle Anteile des heutigen Schafbestandes. Bei den Milchschafen sind vornehmlich Lacaune und Ostfriesische Milchschafe zu verzeichnen.

  • Bei den Ziegen dominieren die Gämsfarbige Gebirgsziege, die Saanenziege sowie die Bündner Strahlenziege. Kleinere Bestände weisen viele, teilweise auch bedrohte lokale Ziegenpopulationen auf. Auffällig ist der relativ hohe Bestand der als Fleischrasse bekannten Burenziege. 

Tierstatistiken auf Social Media

Die Identitas AG veröffentlicht auf ihrem Facebook-Kanal unter dem Motto «Hast du gewusst, dass...?» ab sofort immer wieder Kurzinformationen zu den Nutz- und Heimtier-Statistiken.