Nach dem letzten, kühlen und verregneten Jahr hat die Prognose für die kommenden Tage einen gewissen Seltenheitswert: Bis am Mittwoch sagen die Fachleute des Bundesamts für Klimatologie und Meteorologie (Meteo Schweiz) Temperaturen am Tag von 31 bis lokal 37 Grad voraus.

[IMG 2]

Schweine in Freilandhaltung wühlen in der Erde. Bild: Peter RöthlisbergerHitzeHitzestress bei Kühen, Schweinen, Schafen, Ziegen, Hühnern oder PferdenMontag, 27. Juli 2020 Auch die Nächte werden nicht mehr überall so kühl wie noch diese Woche. Die Hitze wird zur Belastung – für viele Tiere schneller als für Menschen. In der Schweiz sind Nutztierhalter gesetzlich dazu verpflichtet, ihre Tiere vor der Sommerhitze zu schützen. Ausserdem führt Hitzestress zu verminderter Leistung.

Tagsüber im kühlen Stall

Kühe haben mit dem Pansen quasi eine eingebaute Heizung, die sich auch im Sommer nicht ausschalten lässt. Hinzu kommt bei laktierenden Tieren die Milchproduktion, die den Körper weiter aufheizt. Aber auch Galtkühe sind wärmeempfindlich. Daher ist es sinnvoll, Rinder an heissen Sommertagen nachts auf die Weide zu lassen und tagsüber im Stall zu behalten.

Dort sind sie vor der gleissenden Sonne geschützt. Ventilatoren sorgen für Kühlung und sollten am besten durchgehend laufen, wie Christian Manser vom LZSG gegenüber der BauernZeitung sagte – auch nachts, damit der Stall abkühlt und frei von Fliegen bleibt. Eine andere Möglichkeit sind Vernebelungsanlagen.

Schatten und genug gutes Wasser

Sind Tiere – egal ob Rinder, Schafe oder Ziegen – tagsüber bei hohen Temperaturen bzw. starker Sonneneinstrahlung auf der Weide, brauchen sie zwingend einen genügend grossen Witterungsschutz. Die ganze Herde sollte darunter Platz finden, geeignet sind Unterstände ohne Wände, Schattennetze oder grössere Baumgruppen.

Ausserdem darf die Versorgung mit Wasser in ausreichender Menge und Qualität nicht vergessen gehen. Eine Milchkuh trinkt im Sommer bis zu 175 Liter pro Tag.

Kälber in Iglus besonders gefährdet

AboOb Hühner, Kühe oder Schweine – Nutztiere unterstützt man gegen den Hitzestress durch eine gute Belüftung,draussen durch ausreichend Schattenplätze und auf jeden Fall reichlich sauberes Tränkewasser. (Bild Peter Röthlisberger)Tierhaltung3 Experten geben Tipps gegen den HitzestressMittwoch, 12. Mai 2021 Wie Milchkühe kommen Kälber um 25-26 Grad Lufttemperatur in mittleren Hitzestress. Je nach Material können Sich Kälberiglus in der Sonne stark aufheizen und sollten daher im Schatten und an einem Standort mit möglichst hoher Luftbewegung platziert werden, rät das Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (BLV). Das gilt auch für das zugehörige Gehege. Wassereimer trinken die Jungtiere in der Hitze rasch leer. Daher ist regelmässiges Überprüfen und Nachfüllen dieser Tage noch wichtiger.

Vorsicht Sonnenbrand

Schweine liegen gerne der Länge nach auf dem kühlen Boden, können sich dabei aber einen Sonnenbrand holen. Nach einer kühlen Dusche spüren die Tiere die Hitze weniger und das Risiko sich zu verbrennen steigt. Beschattete Ausläufe bieten Schutz. Neben verschiedenen technischen Möglichkeiten im Stall wie Erdwärmetauschern, Befeuchtung der Zu- oder Stallluft bieten laut BLV Schlammsuhlen die effektivste Abkühlungsmöglichkeit.  

 


Hitzetipps für Menschen

Das Bundesamt für Gesundheit (BAG) nennt drei «Goldene Regeln» für Hitzetage:

Körperliche Anstrengung vermeiden: Aktivitäten während der heissesten Tageszeit möglichst beschränken und sich am Schatten aufhalten.

Hitze fernhalten und Körper kühlen: Tagsüber die Fenster schliessen und die Sonne mit Vorhängen oder Fensterläden abhalten, nachts lüften, leichte Kleidung tragen. Zur Kühlung duschen, kalte Hand- oder Fussbäder, kalte Tücher auf Stirn und Nacken legen.

Viel Trinken und leicht essen: Mindestens 1,5 Liter pro Tag (auch ohne Durstgefühl), erfrischende Speisen wie kalte Milchprodukte, Früchte, Salate, Gemüse, genügend Salz.

Neben Schwangeren und Kindern sind auch ältere Menschen und (chronisch) Kranke besonders durch Hitze gefährdet, schreibt das BAG. Treten Symptome wie Schwäche, Verwirrtheit, Schwindel, Kopfschmerzen, Krämpfe, Erbrechen, Übelkeit oder Durchfall auf, wird empfohlen viel zu trinken, den Körper zu kühlen und bei Bedarf einen Arzt zu rufen.