Jnsa ist tot. Der rund 50 Kilo schwere Kangal-Hund wurde vergangene Woche nach einem Wolfsangriff auf die Schafherde von Philipp Jacobi tot aufgefunden. Was genau passiert ist, lässt sich nicht rekonstruieren. Sicher ist, der erfahrene Herdenschutzhund stürzte schlussendlich über einen Abhang, zog sich starke Verletzungen zu, in seinem Maul ein Büschel graue Haare. Von wem diese stammen, wird abgeklärt.
Hunde arbeiten hervorragend
Am vergangenen Samstag hat Philipp Jacobi mit rund 750 Schafen die Alp Stutz im bündnerischen Splügen bestossen. Mit dabei fünf Kangals, die teilweise seit 2019 die Schafherde mehr oder weniger erfolgreich gegen das Beverin-Rudel verteidigen. Auch heuer dürfte das Wolfsrudel wieder Jungtiere aufziehen, zeigt sich entsprechend hungrig. Bereits in der Nacht von Sonntag auf Montag wird trotz Schutzhunden und Zäunen ein Schaf gerissen. «Es gibt keinen hundertprozentigen Schutz. Ideal wären mit so grossen Herden acht bis neun Hunde. Das ginge hier nicht, aber meine Hunde arbeiten hervorragend zusammen und sind aktuell im besten Alter für die Arbeit auf der Alp», betont Jacobi. Doch die vier verbliebenen Hunde sind nicht genug, und so sucht er nun händeringend noch weitere Hunde, um seine Schafe zu schützen. Das ist einerseits ein teurer Kauf und andererseits wird ihn die Integra-tion auf der Alp zahlreiche Arbeitsstunden kosten.
Emotionaler Verlust
Den Angriff von drei Wölfen auf die geschützte Schafherde haben ein Wildhüter und ein Jäger gefilmt. Im Film sind auch die Kangals zu sehen, welche die Wölfe vertreiben. Nicht ersichtlich ist, was mit Jnsa passiert ist, warum der Hund, der seit 2019 auf der Alp sömmert und das Gebiet bestens kennt, tot ist. Neben dem grossen finanziellen Schaden sei es emotional schwierig, ein Tier zu verlieren, das man von klein auf kannte, in dessen Ausbildung man viele Stunden investiert habe, so Jacobi. Jnsa wurde von ihm im Jahr 2019 als Welpe importiert und gründete den Grundstein seiner Herdenschutztruppe. Kaufe er junge Hunde, dauere ihre Ausbildung rund zwei bis drei Jahre. Bis Jnsa ersetzt ist, muss er nun hoffen, dass die verbleibenden vier Hunde das Wolfsrudel in Schach halten mögen.

