Die BauernZeitung fragt 3 Produzenten: Warum und wie mästen Sie Kälber?

Jährlich mästen Schweizer Bauern rund 200'000 Mastkälber. Die BauernZeitung hat drei von ihnen zu ihrer Produktionsform befragt.

Urs BaumgartnerMarbach LU
Urs BaumgartnerMarbach LU

Urs Baumgartner, Marbach (Luzern): Ich betreibe bäuerliche Kälbermast und mäste pro Jahr 35 bis 40 Kälber mit der Milch meiner 15 Kühe. Mein Hof auf 1330 m ü. M. wäre zu abgelegen, um Milch abzuliefern. Ich kaufe die Kälber von zwei Bauern aus dem Dorf direkt und immer nur ein oder zwei Stück auf einmal. Die ersten zwei Wochen kommen sie in ein Iglu in Quarantäne, bevor ich sie zur Gruppe tue. So habe ich die besten Erfahrungen gemacht mit der Kälbergesundheit. Ich brauche nur selten den Tierarzt oder Antibiotika.

Wendelin Jud, Necker (St. Gallen): Wir mästen jährlich rund 200 Kälber mit Vollmilch und Milchpulver aus. Wir hatten nie ein Milchkontingent. Pro Woche werden vier bis fünf Kälber eingestallt, die zuerst in einen Quarantänestall kommen. Wir sind auch Mitglied beim Kälber-gesundheitsdienst und werden so einmal jährlich besucht. Wir machen keine Grundmedizinierung, aber die Kälber erhalten eine Lungenschutzimpfung. Wir überlegen uns, auf Industriemilch umzustellen wegen den hohen Tränkerpreisen.

Wendelin JudNecker SG
Wendelin JudNecker SG
Roger GraberHorrenbach BE
Roger GraberHorrenbach BE

Roger Graber, Horrenbach BE: Mein Hof ist nicht Lastwagen-Zugänglich für die Hofabfuhr. Daher verfüttere ich die Milch meiner 12 bis 15 Simmentalerkühe an die Kälber. Dazu kaufe ich Mastrassenkälber hinzu. Pro Jahr mäste ich 60 bis 70 Kälber. Im Sommer gehe ich mit denKühen auf die Alp gleich nebenan und bringe die Milch den Kälbern nach Hause. Mit Homöopathie versuche ich, Antibiotikabehandlungen (AB) vorzubeugen, aber das klappt nicht immer. Es braucht weniger AB wenn man gerade früh reagiert.

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