Die Schafhaltung hat im Kanton Schaffhausen einen beachtlichen Stellenwert. Laut der kantonalen Landwirtschaftsstatistik hat sich die Zahl der Schafe in den vergangenen 30 Jahren fast verdoppelt. Ende 2021 waren rund 1875 Schafe registriert. Dabei stieg die durchschnittliche Herdengrösse von 15,8 auf 35 Tiere an.

Die Schaffhauser Schafzuchtgenossenschaft und Umgebung zählt 17 Züchter, die Schafrassen mit Herdebuch führen. Präsident ist Stefan Sauter. Auf seinem Hof fand am 15. Oktober eine Ausstellung statt.

Wer eine rassenspezifische Schafzucht mit Herdebuch betreibt, muss seine Tiere einer Exterieurbewertung unterziehen. So stehen denn auch in fünf Koppeln an die 60 Auen, Böcke und einige Lämmer, um sich punktieren zu lassen.

WAS, Dorper und Texel

Neben dem bekannten weissen Alpenschaf (WAS) steht auch eine beachtliche Herde der Dorperrasse und Texel bereit. Das Dorperschaf mit dem typisch schwarzen Kopf hat seine ursprüngliche Heimat in Südafrika und wurde in den 1930er-Jahren aus den beiden Rassen Dorset Horn und Blackhead Persian gezüchtet. Erst im Sommer 2000 wurden die ersten Tiere in die Schweiz importiert. Eine der speziellen Eigenschaften besteht darin, dass diese Rasse nicht geschoren werden muss.

«In diesen Herbsttagen verlieren sie von selbst ihr Fell», erklärt ihr Züchter Martin Hauser aus Hallau. Zudem waren seine Dorperschafe vor allem in seinen Reben am Weiden.

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Auch beim Texelschaf handelt es sich um eine erst 2005 erstmals in der Schweiz erfasste Schafrasse. Das mittelgrosse Fleischschaf hat seine Herkunft auf der gleichnamigen niederländischen Insel und spricht immer mehr Züchter an. Beat Mader vom Ferienheim in Büttenhardt gehört hier zu den Spitzenzüchtern.

Dreimal eine Sechs

Am Vormittag wird jedes Tier dem Richter Gerhard Ehrat vorgeführt. Er bewertet jedes Tier nach der Punktierkarte des Schweizerischen Schafzuchtverbands. Wichtig sind die Zuchtmerkmale Typ/Format, Fundament und Wolle.

Ehrat zieht die Wolle auseinander, lässt das Schaf kurz laufen und teilt seine Bewertung dem Schriftenführer mit. Gibt es gleich dreimal eine Sechs, so hat das Tier die beste und höchste Bewertung erhalten.

Spezialitäten und Hütehunde

Die Schau ist immer auch ein kleines Dorffest. Gegen Mittag füllt sich das Festzelt und die Bevölkerung geniesst die verschiedenen Schaffleischspezialitäten. Am Nachmittag folgen dann Vorführungen mit der Schafschur und Hütehunden.

Am Abend stieg dann das grosse und gesellige «Schäfelerfest». «Auch das gehört zu unserer Schau», sagt Sauter lachend. Denn diese ist einmal mehr sehr gelungen.