Die Aargauer Auktion ist ein Fixpunkt vieler Milchproduzent(innen). Zweimal jährlich findet sie statt, auch heuer wieder am 18. März 2026 (siehe Kasten). Die Auktion wartet bereits bei der Besichtigung mit einigen Besonderheiten auf. «Die Verkäufer stehen im Stall bei ihren Tieren und geben Auskunft», sagt Milan Schenkel dazu. Der Milchproduzent aus Bergdietikon AG hat in den letzten Jahren bei der Gelegenheit zwei Tiere gekauft. Dieses Jahr stehen von ihm zwei Kälber im Angebot, und zwar die Losnummern 12 und 33.
Auch ganz normale Kühe zu finden
Bei den Kühen habe es für alle Wünsche ein Angebot. Züchterische Raritäten im Elite-Segment, aber eben auch «ganz normale Kühe», wie Milan Schenkel sagt, die entsprechend preislich attraktiv sind. Diese Kühe sind ab 3200 Franken zu haben. Vereinzelt gelten Elitetiere gegen 6000 Franken oder mehr. Er findet, dass die Gelegenheit günstig sei, und vermutet, dass die Preise gegen den Sommer hin anziehen werden.
Schenkel produziert mit seiner Familie auf 670 m ü. M. mit rund 30 Kühen Milch als Direktlieferant für Emmi. Bei der Luzerner Milchverarbeiterin ist er auch Botschafter mit dem Motto «Mit gesunden Tieren und selbst produziertem Futter qualitativ hochstehende Milch produzieren». Auf 24 ha LN wird Futter für das Rindvieh produziert, mit Aufzucht sind es insgesamt etwa 50 bis 60 Tiere. Dazu kommt mit der Feldrandkompostierung für die Gemeinde ein weiterer Betriebszweig.
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Seit fünf Jahren hat sich Milan Schenkel ein Standbein als Verkäufer von Zuchttieren aufgebaut, an der Aargauer Auktion, aber auch direkt aus dem Stall. «Es sind etwa zehn Tiere jährlich», sagt er. Und zwar über alle Alterskategorien. Die Kuh Schenkel Delta-Lambda Modesta (Bild) verkörpere sein Zuchtziel gut: 11 601 kg in der ersten Laktation und mit G+84 im Exterieur beschrieben. Er strebt eine komplette Kuh mit einem guten Euter an und aufgrund der guten Futterbaulage mit Mais soll sie auch leistungsstark sein.
Der Stallschnitt liegt seit fünf Jahren über 11 000 kg. So weist auch Losnummer 33, ein Alvin-Kalb, bei der Milch ein Plus von 1834 Kilo aus, ISET 1435, IPL 145. Auch die Losnummer 12 stehe beim Zuchtwert mit über 1400 kg Milch zu Buche, wobei hier auch Vater Delta, von dem kaum mehr Genetik erhältlich ist, attraktiv sei, so der Züchter. Die Kuh und das Rind, die Milan Schenkel an der Auktion kaufte, stehen noch heute im Stall und produzieren gut. Es gelte gemeinsam die Zucht weiterzuentwickeln, sagt er: «Gute Tiere müssen auf dem Markt verfügbar sein.»
Neue Möglichkeiten dank Aufzuchtstall
Schenkels Betrieb liegt im Aargau an eher rauer und schattiger Lage an der Grenze zum Kanton Zürich, mit Blick auf die Stadt und ins Limmattal. Vor zehn Jahren hat er diesen übernommen, 2020 einen neuen Rinderstall gebaut, mit dem Ziel, mehr Tiere aufzuziehen und zu verkaufen. Seit 2024 läuft ein Melkroboter im Milchviehstall. Erstmelken verkaufe er meist zwischen 3800 und 5000 Franken. Dabei biete er fast immer überdurchschnittliche Tiere zum Verkauf an. Ziel ist, «dass die Käufer zufrieden sind und das Präfix bekannter wird», so Milan Schenkel.
Aargauer Auktion, 18. März, Vianco-Arena Brunegg AG, 20 Uhr, Besichtigung ab 19 Uhr. Züchter-Treff mit Festwirtschaft.
