Die Beeren-Vorernteversammlung des Zürcher Obstverbandes fand Ende Mai 2022 bei Räss Wildbeeren in Benken statt. Dabei führte Simon Räss die Teilnehmer(innen) vorgängig durch den Betrieb, auf dem auch Nischenkulturen wie etwa Maibeeren gedeihen.

Warme Temperaturen fördern Schädlinge

Thoss Hagen von der Fachstelle Obst am Strickhof informierte darüber, dass die Saison gut gestartet sei. Es seien in den letzten Maitagen national rund 1000 Tonnen Erdbeeren zu erwarten. Zudem könnten die Schädlingspopulationen durch die anhaltend warmen Temperaturen sehr rasch zunehmen. Im Beeren-Bulletin Mittelland von Mitte Mai werden deshalb möglichst auch vorbeugende Massnahmen wie etwa blaue Leimbänder gegen Thripse empfohlen sowie der rechtzeitige Beginn der Bekämpfung. Dieses gilt in besonderem Masse für den Einsatz von Nützlingen.

In der Schweiz scheinen die Schäden an den Kulturen durch den Erdbeersamenlaufkäfer in den letzten Jahren deutlich zu steigen. Der Käfer beschädigt das Fruchtfleisch, indem er die Samen herauslöst.

Der Erdbeerensamenlaufkäfer ist nachtaktiv

Zu beachten gilt, dass es durch andere Schädlinge zu ähnlichen Schadbildern kommt. So etwa durch den Erdbeer-Glanzkäfer, der sich von den Früchten ernährt. Er gräbt Gänge, in denen er seine Eier ablegt. Auf der Bodenfolie hinterlässt der Glanzkäfer im Gegensatz zum Erdbeersamenlaufkäfer keine unverzehrten Samenhüllen. Der Lebenszyklus des Erdbeersamenlaufkäfers ist zweijährig. Da die adulten Käfer nachtaktiv sind und das Licht meiden, sind sie tagsüber hauptsächlich im Boden oder unter der Bodenabdeckung von Erdbeerkulturen zu finden.

Komibnierte Strategie mit Köder und Insektizid 

In der Schweiz ist derzeit keine Bekämpfungsstrategie gegen den Erdbeersamenlaufkäfer verfügbar. Bei Agroscope und bei Produzenten fanden 2020 und 2021 Versuche statt. Diese befassten sich mit der Entwicklung von Bekämpfungsstrategien unter Verwendung von künstlichem Licht. Den Schädlingsdruck auf diese Weise einzudämmen, erwies sich als zu 50 Prozent wirksam. Zu bemerken ist, dass die Bekämpfungsstrategie mit Licht teuer und schwer umzusetzen ist.

Getestet wurde auch die «Attract and Kill»-Methode. Dabei wird das Insekt von Ködern angelockt, die ein biologisches Insektizid enthalten. Bereits fanden unter Verwendung von Quinoa und dem Insektizid Spinosad Vorversuche im Labor statt. Diese Kombination zeigte eine gute Wirksamkeit, müsste jedoch hierzulande zuerst zugelassen werden.