Gemäss Westschweizer Beobachtungsnetz (FR, GE, JU, NE, VD) war der Flug des Rapserdflohs während der letzten drei Wochen stark, ähnlich wie letztes Jahr. Erfahrungsgemäss dauert der Einflug bis Mitte Oktober. Nach einem Reifungsfrass legen die Erdflöhe ihre Eier in den Boden, daraus schlüpfen Larven, welche die Blattstiele vom Raps besiedeln und je nach Befallsstärke und Witterung während des Winters das Herz der Pflanzen schädigen.

Ab dem 5-Blatt-Stadium gilt folgende Schadschwelle:

  • Mehr als 100 Insekten innerhalb von drei Wochen oder
  • 80 % der Pflanzen mit mehreren Einstichen oder
  • sieben auf zehn Pflanzen mit mindestens einer Larve.

Es wird empfohlen den adulten Rapserdfloh jetzt nicht zu bekämpfen, um mögliche Larvenschäden im Winter zu verhindern. Denn es befinden sich keine oder wenig Larven in den Blattstielen und die Eigelegeim Boden werden dabei nicht­erfasst.

Notwendige Spritzungen erst Mitte Oktober vorsehen

Ob gegen die Larven des Erdflohs gespritzt werden sollte, muss nach Mitte Oktober abgeklärt werden. Das kann sein, wenn der Einflug vom Erdfloh sehr stark gewesen war (siehe Schadschwelle oben) oder in sieben von zehn Pflanzen lebende Larven nachgewiesen wurden – dazu 5 × 10 Pflanzen auszählen.

Es können nur Produkte aus der Familie der Pyrethroide angewendet werden. Da sie aber sehr anfällig auf Resistenzen sind, was die Erfahrungen unserer Nachbarländer zeigen (F, D, GB) und dazu zunehmend kritischer für Oberflächengewässer eingestuft werden, sind sie wenn möglich auf eine Behandlung im Herbst zu beschränken. Insek-tizidbehandlungen gegen den Erdfloh sind sonderbewilligungspflichtig.

Mit Gelbschalen weiterhin überwachen

Mit der Gelbschale kann nicht nur der weitere Einflug des Erdflohs, sondern gleichzeitig können weitere Herbstschädlinge (Rapsblattwespe, Schwarzer Triebrüssler) überwacht werden. Vor allem bei Frühsaaten kann ein Befall durch die Kohlfliege auftreten. Deren weisse Larven fressen an den Wurzeln, vor allem auf grossen Pflanzen. Das Wachstum wird gehemmt und die Blätter verfärben sich rot-violett aufgrund der schlechten Nährstoffaufnahme. Bodenverdichtungen oder Phoma können auch zu rot-violetter Blatt-Verfärbung führen, dabei findet man aber keine Larven an den Seitenwurzeln.

Wachstumsregler bei Bedarf einsetzen

Die Pilzkrankheit Phoma kann ab dem 4-Blatt-Stadium an den grau-beigen Blattflecken mit schwarzen Punkten erkannt werden. Das Einarbeiten von Ernterückständen und Zerstören von Ausfallraps (Pflug oder mehrmalige Stoppelbearbeitung) bis spätestens vor dem Auflaufen der neuen Saat reduziert die Gefahr einer direkten Übertragung auf Neusaaten. Die aktuellen Sorten haben eine gute Resistenz gegen Phoma.

Für diese Krankheit gibt es keine Bekämpfungsschwelle, deshalb wird der Fungizideinsatz in der Regel nach Bedarf eines Wachstumsreglers bestimmt. Einige Fungizide haben diesen Effekt (Wirkstoff Tebuconazol und Metconazol), wobei die Produkte Toprex und Caryx am stärksten als Wachstumsregler wirken. Für einen guten Effekt Pflanzen im Rosettenstadium behandeln (noch kein Längenwachstum), d. h. im 4- bis 8-Blatt-Stadium. Befindet sich der Raps im Längenwachstum, können die Produkte im besten Fall nur noch die Entwicklung bremsen. Ist das 6-Blatt-Stadium Ende September/Anfang Oktober erreicht, ­besteht ein Risiko für Längenwachstum vor der Winterruhe. Das Risiko ist bei einer hohen ­Bestandsdichte (mehr als 50 Pflanzen/m2) und bei hoher Stickstoffverfügbarkeit zusätzlich erhöht. Es ist nicht rentabel wegen Wachstumsreglern/Fungiziden aus dem Extenso-Programm auszusteigen.