In Zusammenarbeit mit «Agrarpolitik – der Podcast» wurde ein Teil der Diskussion live aufgezeichnet. Im Austausch unter den Landwirtinnen und Landwirten auf dem Podium kam Folgendes zum Vorschein: Man dürfe die Work-Life-Balance nicht vergessen. Das Gleichgewicht zwischen Beruf und Privatleben sollte nicht vernachlässigt werden, um Überlastung und Stress zu vermeiden und die Zufriedenheit zu fördern.
Auf vielen Betrieben steht der Generationenwechsel bevor
Moderiert wurde der Anlass von Andreas Wyss, zusammengefasst von Hansjürg Jäger, Dozent Agrarpolitik und -märkte an der HAFL. Eröffnet wurde das Podium von Michael Gysi, Vorsteher des Amts für Landwirtschaft und Natur (Lanat). Er machte in seinem Vortrag darauf aufmerksam, dass es in einigen Jahren auf vielen Bauernhöfen einen grossen Generationenwechsel gebe. «Dabei stellt sich die Frage: So weitermachen oder den Betrieb spezialisieren?», hielt er fest.
Der Podiumsteilnehmer Fabian Feissli führt mit seinem Bruder einen Gemüsebaubetrieb in Ins. «Wir sind breit aufgestellt. Wir pflanzen neben Gemüse auch Kartoffeln an und betreiben Munimast», sagte er. Wegen der Bodenbeschaffenheit oder der vielen Krankheiten, könne nicht das ganze Seeland vom Gemüsebau leben.
Niklaus Walker hingegen führt einen intensiven Milchwirtschaftsbetrieb und betreibt zudem die Haslerbar an der Lenk. «Im Sommer wird auf unserer Alp die Milch verkäst», erzählte er. Er wollte schon immer etwas mit Landwirtschaft und Tourismus machen, die Haslerbar sei genau das Richtige für ihn. «Im Winter ist die Arbeitsbelastung besonders hoch. Doch ohne meine Eltern, die hauptsächlich zum Vieh schauen, könnte ich die Bar an der Skipiste nicht betreiben», sagte er dankbar.
Wenn man einen Betriebszweig macht, dann mit Herzblut
Für Christa Krähenbühl, die zusammen mit ihrem Mann Bernhard und den Kindern in Oberhünigen einen Betrieb bewirtschaftet, ist der Vorteil, dass sie vielseitig aufgestellt sind. «Wir betreiben Milchwirtschaft, haben eine grosse Direktvermarktung und pflanzen Getreide, Früchte und Gemüse an», sagt sie. Man müsse die Arbeit gerne machen und mit Herzblut dabei sein, sonst komme es nicht gut, sagt sie aus Erfahrung.
Das sieht auch Marco Messerli, Bio-Obstproduzent aus Kirchdorf, so. «Wenn wir das Gefühl haben, dieser Betriebszweig passt zu uns, dann machen wir es richtig. Wenn nicht, muss man sich davon lösen und etwas anderes ausprobieren», hält er fest.

