Auf dem Betrieb Stocki in Zell wurde in diesem Jahr eine Mais-Stangenbohnen Mischkultur als Versuch in Zusammenarbeit mit dem BBZN Schüpfheim angebaut.

Patrick Hodel, Sie haben Mais zusammen mit Stangenbohnen angebaut. Weshalb?

Wir haben schon länger nach etwas gesucht, das die Reihen im Mais vor allem in der späteren Entwicklung gut schliesst und trotzdem Hacken gegen Unkräuter erlaubt. Im Gegensatz zu einer Untersaat ist dies mit Stangenbohnen möglich, da sie in der Reihe gesät werden und erst später zwischen die Reihen wachsen. Seit Kurzem sind verdauliche Stangenbohnensorten für das Milchvieh erhältlich. Ich habe Freude, etwas Neues auszuprobieren und unseren Praktikanten etwas Spannendes zu zeigen.

Wie war der Versuch aufgebaut?

Nach der Bodenbearbeitung mit Pflug und Kreiselegge wurde am 20. Mai bei trockenen Bedingungen in einem Durchgang gesät. In der Sämaschine waren zwei Drittel Maiskörner der Sorte Benedicto KWS und ein Drittel Stangenbohnen der Sorte WAV 612. Die Parzelle haben wir in Sektoren eingeteilt: Unkrautregulierung mechanisch, Unkrautregulierung chemisch und Unkrautregulierung mit zusätzlicher Untersaat. Die drei Varianten wurden jeweils zur Hälfte mit 30 m3 Rindviehvollgülle 1:2 verdünnt gegüllt und mit 80 kg Ammonsalpeter gedüngt. Die andere Hälfte erhielt neben der Gülle nur 25 kg Ammonsalpeter.

Wie schätzen Sie den Versuch im Nachhinein ein?

Es war faszinierend, wie Bohnen sich um den Mais gewickelt haben. Entgegen unseren Befürchtungen war der Ertrag sehr zufriedenstellend. Besonders freut mich, dass die Stangenbohnen die Reihen in späteren Maisstadien gut zu schliessen vermochten. Ein Hackdurchgang hat gereicht, bzw. wir konnten relativ gut auf das Herbizid verzichten. Die unterschiedliche Stickstoffdüngermenge hatte keinen augenscheinlich grossen Einfluss auf den Ertrag. Die warme Witterung Anfang Sommer hat dem Mais geholfen. Wäre es kühler gewesen, hätten die Stangenbohnen den Mais möglicherweise zu stark unterdrückt. Wichtig ist eine späte Maissaat. Hausfordernd waren einige Stellen mit Drahtwurmschäden. Für den Einsatz des Herbizides war eine Sonderbewilligung nötig, da das Mittel in der Schweiz nicht in Stangenbohnen zugelassen ist.

Werden Sie nächstes Jahr wieder Mais mit Stangenbohnen säen?

Falls die Silage von den Kühen gut gefressen wird und die Gehalte in der Milch stimmen, werden ich nächstes Jahr eine grössere Fläche anpflanzen. Es wird wohl einige Jahre brauchen, bis sich ein allfälliger positiver Einfluss der Stangenbohnen mit ihren Knöllchenbakterien auf den Boden feststellen lässt.

 

Zur Person

Patrick Hodel übernimmt im Janaur den elterlichen Betrieb in Zell mit 40 Milchkühen, Aufzucht und Ackerbau. Geplant ist eine Umstellung auf Bio.

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