Die Idee und Patentschrift des Emmentaler Bauernsohnes Jakob Fahrni waren die Basis dafür, dass 1926 der Kaufmann Karl Welter und der Ingenieur Arnold Rutishauser die «Rapid Motormäher AG» gründeten.
Was mit der Produktion in Zürich begann, hat sich zu einem international tätigen Technologieunternehmen entwickelt. Bei der Herstellung von Einachsgeräten für die Landwirtschaft und Kommunaltechnik sowie funkgesteuerten Mähraupen sei das Unternehmen nach eigenen Angaben europaweit führend. Auf das 100-Jahr-Jubiläum wurde an einem Medienanlass am 8. Juli im öffentlich zugänglichen Rapid-Museum des Landtechnik-Fans und Rapid-Sammlers Charles Lüscher in Schöftland angestossen.
Rapid 505 schrieb Geschichte
Rapid habe als Erfinder des Motormähers die Mechanisierung der Landtechnik nachhaltig geprägt. Die Meilensteine in der Firmengeschichte präsentierte der langjährige Geschäftsführer und CEO Rolf Schaffner. Gegründet wurde die Firma 1926 «mit dem Zweck der Herstellung von Motor getriebenen Mähmaschinen». Weniger bekannt ist Rapid als Produzent einer Probeserie von 36 Autos des «Schweizer Volkswagens» 1946.
In den 50er und 60er Jahren folgten die Einachstraktoren Typ S und der legendäre Eingrasmäher Rapid 505. Der erste hydraulisch stufenlos betriebene Rapid 507 folgte 1986, 2009 kam der hydrostatisch betriebene Bergmäher Rex auf den Markt. Eine Innovation bei den Anbaugeräten war der Heuschieber Twister 2026. 2019 wurde die deutsche Firma Brielmaier Motormäher GmbH in Mennwangen nahe des Bodensees übernommen. 2021 wurde eine erste Serie vollelektrischer Einachser URI hergestellt. Und dieses Jahr präsentiert Rapid als Innovation eine erste Serie von Worbern, welche als Heuwender statt Kreisler den Trocknungsprozess von Grünfutter beschleunigen sollen.
Autonom fahrende Mäher
Auch in Zukunft setze Rapid auf Einachser und Raupenfahrzeuge, jeweils mit Anbaugeräten, für steile und flache Lagen, für Sommer und Winter, betonte Rolf Schaffner. Der Trend gehe aber klar zu Stehwagen, «denn die Bediener wollen nicht mehr stundenlang hinter den Geräten herlaufen müssen».
Und grundsätzlich würden die Automatisierung und Elektrifizierung immer bedeutender. Bis vollautomatische und autonom fahrende Mäher aber den Markt erobern würden, dauere es noch eine Weile, zu klären seien dabei vor allem Sicherheitsaspekte, meinte Schaffner zum satellitengesteuerten Rapid Cosmos, von dem 2025 eine erste Serie von 10 Stück für Versuchszwecke hergestellt werden sollte.

Rapid sei aber nicht nur Hersteller von Landtechnik, sondern biete auch Kundenfertigungen an, so Komponenten für die Auto-, Bahn- und Flugzeugindustrie. Und die Kompetenzen sollen im eigenen Haus bleiben. Produziert wird heute in der Schweiz am Standort Killwangen AG, früher war Rapid in Dietikon ZH beheimatet.
Rapid bleibt Schweizer Firma
Rapid sei übrigens der einzige grössere Schweizer Hersteller von Landtechnik, der noch in Schweizer Hand sei. Dazu orientierte Verwaltungsratspräsident Florian Kaufmann von der Besitzerfamilie, welche 70 Prozent der Aktien hält. «Wir setzen weiterhin auf den Produktionsstandort Schweiz und Schweizer Eigentumsverhältnisse und wollen weitgehend selbstfinanziert und unabhängig bleiben», betonte Kaufmann.







Für seine Familie habe alles 1953 mit 70 Franken begonnen, als sein Vater, ein Bauernsohn aus dem Entlebuch, als Zwölfjähriger von seinem eigenen Ersparten einen gebrauchten Rapid-Mäher kaufte. Die Erleichterung, welche die Maschine auf dem elterlichen Bauernhof gebracht hat, prägte Hans Kaufmann fürs Leben.
Der kaufmännisch ausgebildete Unternehmer arbeitete sich beim Entlebucher Versandhaus Ackermann hoch, übernahm die Firma und verkaufte diese in den 80er Jahren. Mit dem Kapital stieg er bei Rapid ein. Das sei 1990 gewesen, als er dank der Übernahme eines Aktienpaketes, das später zur Aktienmehrheit ausgebaut wurde, eine feindliche Übernahme des Landtechnikherstellers in Dietikon verhindern konnte. Fast gleichzeitig hat Hans Kaufmann auch die Luzerner Skifabrik Stöckli übernommen, die nun von Florians Bruder Diego geführt wird.
Blick hinter die Kulissen
Das 100-Jahr-Jubiläum will Rapid mit Tagen der offenen Tür feiern. Die finden am Samstag, 26. September, und Sonntag, 27. September 2026 statt. Am Standort Killwangen AG können Besucher(innen) erleben, wie die Produkte entstehen. Lukas Zumsteg, Leiter des Marketings, führt aus: «Und wie Visionen, Innovationen und Menschen, die über Generationen hinweg mit ausgeprägtem Teamgeist die 100-jährige Erfolgsgeschichte prägten.»

