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Mit dem Güllen noch zuwarten, bis die Hitze vorüber ist

Hitze und Trockenheit stellen die Landwirte auch beim Güllen vor Herausforderungen: Bei hohen Temperaturen sind die Ammoniakverluste hoch. Strickhof-Berater Manuel Baur rät deshalb vom Güllen ab.

«Bei dieser Trockenheit können die Pflanzen Nährstoffe kaum aufnehmen, da das Wasser als Transportmedium fehlt. Jede Stickstoffgabe ist fehl am Platz», sagt Manuel Baur, Berater am Strickhof. Er empfiehlt, während der Hitzeperiode auf das Güllen zu verzichten. Bei diesen Temperaturen steigen die Stickstoffverluste in Form von Ammoniakausgasungen zu stark an, führt er aus.

Er würde weder auf Grünland noch auf dem Acker Gülle ausbringen. Es lohnt sich, mit dem Güllen auf den nächsten Regen zu warten, und die Gülle erst auszubringen, wenn wieder etwas Wasser im Boden ist, sodass die Gülle besser infiltrieren kann. Wenn jetzt auf trockenheitsgestresste Matten gegüllt wird, besteht zudem die Gefahr, dass die Gülle die Pflanzen verbrennt. Baur fügt an: «Es widerspricht der guten fachlichen Praxis, bei dieser Wetterlage Gülle zu führen.»

Wenn der ersehnte Regen endlich kommt, sollte während der Sommermonate die Gülle möglichst in den frühen Morgenstunden, wenn es noch kühl ist, oder noch besser am Abend, wenn es bereits etwas abgekühlt hat, geführt werden.

Gülle verdünnen

Durch eine gute Verdünnung können Ammoniakverluste verringert werden. Baur empfiehlt, die Gülle mindestens im Verhältnis 1:1 zu verdünnen, besser noch im Verhältnis 2:1. Damit wird erreicht, dass die Gülle weniger scharf ist und so die Pflanzen nicht verbrennt.

Zudem ist die Aufnahmefähigkeit der Kulturen höher. Verdünnt fliesst die Gülle besser und es bleiben weniger Güllemadli liegen. Seit der Einführung der Schleppschlauchpflicht führen diese Güllemadli zu Diskussionen. Unterdessen haben sich verschiedene Verfahren etabliert, mit denen die Gülle direkter dorthin kommt, wo sie hin soll: zu den Pflanzenwurzeln.

Schleppschlauch oder Schleppschuh

Verschiedene Gülletechnik-Anbieter haben Verfahren entwickelt, mit denen Ammoniakverluste verringert und die Gülle gezielter ausgebracht werden kann. Neben dem Schleppschlauchverteiler wurde für das Grünland der Schleppschuhverteiler entwickelt. Er bringt die Gülle zwischen den Pflanzen direkt auf den Boden. Hier wird empfohlen, nach dem letzten Mähen abzuwarten, bis das Gras wieder etwas nachgewachsen ist. Der Schleppschuh drückt dabei den Grasbestand auseinander und bringt so die Gülle zwischen den Pflanzen direkt auf den Boden, was die Gefahr einer Verschmutzung mit Güllemadli deutlich verringert.

Schlitzdrillverfahren

Mit dem Schlitzdrillverfahren ist die Nährstoffeffizienz wesentlich besser, da der Stickstoff im Boden bleibt und nicht durch die Luft entweichen kann. Zuerst werden mit speziellen Scheiben oder Zinken kleine Schlitze in den Boden gezogen. Die Gülle kommt durch diese Schlitze direkt in den Boden. Mit dem Schlitzdrillverfahren kann mit offenem oder geschlossenem Schlitz gearbeitet werden, bei letzterem werden die Schlitze durch nachlaufende Walzen oder Zinken wieder verschlossen. Dies hat den Vorteil, dass keine Güllemadli entstehen können und die Gülle direkt zu den Wurzeln ausgebracht wird.

Erlaubt ist weiterhin auch die Ausbringung mit Breitverteilern im Ackerbau, sofern die Gülle innerhalb von maximal vier Stunden eingearbeitet wird. Allerdings ist mit dem Breitverteiler der Ammoniakverlust am grössten, auch wenn rasch eingearbeitet wird. Während der warmen Jahreszeit könnte der Ammoniakverlust in bares Geld umgerechnet werden, zumal die Düngerpreise weiter steigen werden und Hofdünger damit noch mehr an Wert gewinnt.