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Autonome Feldroboter: «Der grosse Durchbruch dauert noch ein paar Jahre»

Marius Frei von der Firma Lenzberg Precision Farming hat beim Einsatz des Farmdroid-Roboters in den Kantonen Genf und Thurgau den technischen Support geleistet. Im Interview zieht er Bilanz.

BauernZeitung: Sie leisteten den technischen Support bei den Robotereinsätzen in Genf und Rheinklingen. Wie lautet Ihr Fazit?

Marius Frei: Für die Firma Lenzberg Precision Farming war es sehr schwierig abzuschätzen, ob der Farmdroid FD20 ein gutes Produkt ist für die Schweiz und noch viel wichtiger, ob Farmdroid ein guter Partner ist für Servicearbeiten respektive Serviceleistungen. Positiv gestimmt bin ich insbesondere, weil die Leute von Farmdroid einen sehr guten Job machen bezüglich Service und Ersatzteile. Nichtsdestotrotz bin ich froh, dass in diesem Frühling nicht mehr als zwei Maschinen im Einsatz waren. Es waren doch so einige technische Probleme aufgetreten, die gelöst werden mussten.

Zum Beispiel?

Auf der einen Seite die Zuverlässigkeit der Elektromotoren an der Maschine. Das war für mich überraschend die grösste Herausforderung. Auf der anderen Seite war das Auflaufen der Rüben sehr unregelmässig – was allerdings nichts mit dem Roboter zu tun hatte. Dadurch wurde das Hacken zwischen den Rüben verzögert oder sehr schwierig zum Einstellen.

Welche Vor- und Nachteile sehen Sie beim Einsatz autonomer Feldroboter?

Die Personalkosten pro Hektare sind sehr tief, da der Roboter «ohne Personal» arbeitet. Eine Traktorenstunde bedingt immer eine Arbeitsstunde. Mit einem Roboter wird die Flächenleistung pro Stunde weniger wichtig. Der Faktor Zeit bekommt eine ganz andere Bedeutung, es kann mit leichten Maschinen und wenig Energie gearbeitet werden.

Was die Feldroboter anbelangt, insbesondere den Farmdroid, ist einiges an Know-how nötig: Sämaschine einstellen, Hacke einstellen, Felder programmieren, Überwachung/Fernwartung über Handy/PC usw. Mit anderen Worten ausgedrückt: Man verbringt weniger Stunden in der Traktorkabine, dafür mehr am Touchscreen, Handy und PC.

Wann macht die Anschaffung eines Roboters Sinn?

Die grosse Frage bezüglich Anschaffungskosten stellt sich bei der Abschreibungsdauer. Die technische Entwicklung ist immer noch sehr schnell, was hohe Fixkosten verursacht. Darum sollte ein Roboter natürlich möglichst viel arbeiten in der kurzen Zeit. Für den Farmdroid würde das bedeuten, dass auf dem Betrieb Zuckerrüben, Raps, Zwiebeln und Randen angebaut werden sollten.

Einen überbetrieblichen Einsatz kann ich mir gut vorstellen – insbesondere auch für Lohnunternehmer. Der Roboter wird in den kommenden Jahren Einzug halten, aber der grosse Durchbruch dauert noch ein paar Jahre. 

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