Urs Hans, ein bekennender Impfgegner, war in letzter Zeit immer wieder mit «kruden Thesen» zur Corona-Pandemie aufgefallen, wie die NZZ schreibt.  Dreimal äusserte er sich in den letzten Wochen im Kantonsrat und vertrat etwa die Meinung, die Covid-19-Pandemie sei bloss eine hartnäckige Grippe.

Verschwörungstheorien verbreitet

Mehrmals nahm er Bezug auf Verschwörungstheorien, in einem Porträt des «Tagesanzeigers» und am Rednerpult des Kantonsrats. Etwa, die Pharmaindustrie treibe Impfungen voran, weil sie später an Schäden in der Bevölkerung viel Geld verdienen könne. Oder auch die beliebte Verschwörungstheorie, die Weltgesundheitsorganisation WHO stehe unter dem Einfluss des Microsoft-Gründers Bill Gates.

«Abenteuerliche Thesen»

Parteipräsidentin Marionna Schlatter bestätigte den Parteiausschluss, über den am Mittwoch NZZ online berichtet hatte. Geschäfts- und Fraktionsleitung distanzierten sich bereits im Mai in einer Mitteilung von den Aussagen ihres Parteimitglieds. Dessen «abenteuerliche Thesen zur Pandemie und zur Behandlung von COVID-19» entbehrten jeglicher wissenschaftlicher Grundlage.

Wollte seine Rinder nicht impfen

Der 68-jährige Landwirt aus Turbenthal hatte schon 2013 für Schlagzeilen gesorgt. Das Bundesgericht hatte den grünen Kantonsrat wegen Impfverweigerung und fahrlässiger Tierquälerei verurteilt.

Hans hatte sich geweigert, seine Rinder gegen die Blauzungenkrankheit zu impfen. Zudem hatte er ein krankes Rind homöopathisch behandelt und trotz der Verschlechterung seines Zustands keinen Tierarzt gerufen.