Haarseife war im Corona-Jahr 2020 bei Heidi Ryter Firma "Seifenstück.ch" in Frutigen das am meisten bestellte Produkt. Doch was unterscheidet sie von festem Shampoo?

Feste Shampoos sind in der Zusammensetzung meist ähnlich wie flüssige Shampoos – nur ohne Wasser. Sie bestehen aus Tensiden, Ölen, Parfums und Farbstoffen. Sie können wie Flüssigshampoos verwendet werden. Doch sie sind ergiebiger, ein Stück entspricht zwei bis drei Flaschen Shampoo.

Saures für den Glanz

Haarseifen sind meist milder und naturbelassener als Shampoos. Sie kommen ohne Konservierungsstoffe aus und haben in der Regel eine Überfettung von drei bis fünf Prozent. Haarseifen haben zudem einen basischen pH-Wert. Daher bleibt je nach Wasserhärte ein leichter Kalkschleier auf dem Haar zurück. Dagegen hilft ein «sour rinse», eine selbst gemachte saure Spülung.

Dafür mischt man einen Esslöffel Apfelessig mit einem halben Liter Wasser und spült damit das gewaschene, nasse Haar. Nicht ausspülen! Durch die Spülung schliessen sich die Haarschuppen und das Haar glänzt mehr. Der Essiggeruch verfliegt beim Trocknen.

Zitrone statt Essig

Der Essig kann durch einen Esslöffel Zitronensaft ersetzt werden, diese Mischung kann das Haar aber etwas auf-hellen. Bei Bedarf gibt man der Spülung einige Tropfen eines ätherischen Öls bei, zum Beispiel Rosmarin oder Lavendel.

Für gefärbtes Haar ist Haarseife in der Regel nicht geeignet, da es die Farbe zu stark auswäscht. Eine Ausnahme sind Naturfarben wie Henna.

So wendet man sie an

Wie wendet man Haarseife an? Haare und Seife gründlich nass machen. Die Kopfhaut mit dem Seifenstück massieren, bis sich Schaum bildet, dann wie ein normales Shampoo verwenden. Die Haarlängen müssen nicht extra eingeseift werden, das ablaufende Schaumwasser reicht. 

Seifen Know-how

Ob Haut-, Haar-, Putz- oder Handscheife: Generell gilt:

  • Reife, verpackte Seife hält sich fast unbegrenzt. Ist der Anteil an pflegenden Ölen aber sehr hoch, kann sie mit der Zeit ranzig werden.
  • Ist ein Seifenstück angebraucht, hält es sich rund zwölf Monate – auch wenn der Anteil an pflegenden Ölen hoch ist. 
  • Die Ergiebigkeit eines Seifenstücks lieg im Durchschnitt bei etwa drei bis vier Monaten.
  • Die Seife zwischen jedem Gebrauch trocknen lassen. Als Unterlage ideal ist eine Schale mit Rillen oder Löchern oder die Scheibe eines Luffa-Schwamms. Handseifen können zum Beispiel auch mit einem Magnet an der Wand befestigt werden.
  • Für den Transport eignet sich eine Seifendose oder auch mal ein Waschhandschuh aus Frottee. Einige Hersteller bieten als Reisevariante zudem dünne Seifenplättchen für den Einmalgebrauch an.