Schulklassen helfen Landwirt bei der Heckenpflege

Zwei Schulklassen haben einem Luzerner Landwirt bei der Aufwertung seiner Hecke auf Qualitätsstufe 2 geholfen.

Es regnete immer wieder, und Windböen zerzausten das Haar, aber die Schülerinnen und Schüler der 3. Sekundarklasse Nottwil liessen sich nicht stören, schaufelten Pflanzlöcher und setzten eine Heckenpflanze um die andere. Der Einsatz und der Elan dieser Jugendlichen waren grossartig. Nach zweieinhalb Stunden waren 850 Heckenpflanzen gesetzt. Und Josef Bachmann war riesig erleichtert.

Anfängliche Skepsis

Denn als ihm im Februar Isabelle Falconi-Bürgi vom BBZN Hohenrain bei einer Beratung zu Biodiversitäts- und Landschaftsqualität aufzeigte, was er mit der Aufwertung seiner Hecken bezüglich Förderung der Artenvielfalt und Beiträge erreichen könnte, war der Landwirt sehr skeptisch. Der Aufwand schien immens. Die Gesamtlänge seiner Hecken beträgt stattliche 1280 Meter. Und die wenigsten Abschnitte wiesen schon die von der Qualitätsstufe 2 geforderten fünf Arten pro 10 Laufmeter auf. Auch die 20 Volumenprozent Dornensträucher waren nicht erfüllt.

Am Ende der Beratung fand Josef Bachmann, der Arbeitsaufwand scheine ihm zu gross, um diese Heckenaufwertung grundsätzlich und erst noch vor Vegetationsbeginn zu realisieren.

Planen und bestellen

Zwei Wochen später meldete er sich wieder bei Falconi-Bürgi. Er habe sich entschieden und wolle die Heckenaufwertung noch diesen Frühling realisieren. Nachbar Beat Kaufmann half ihm beim Planen, welche und wie viele Heckenpflanzen es pro Heckenabschnitt benötigt, um Q2 zu erreichen. Kurz darauf war das Gesuch bei der Dienststelle Landwirtschaft und Wald eingereicht und bewilligt.

Bei der Forstbaumschule Emme bestellten die zwei Landwirte Pfaffenhütchen, Kornelkirschen, Schwarzen Holunder, Wolligen und Gemeinen Schneeball, Rote Heckenkirsche, Schwarzdorn und Kreuzdorn.

Hilfe zugesagt

Josef Bachmanns Sorge war nun, woher er die Zeit nehmen sollte, 850 Pflanzen zu setzen. Die Oberstufe Nottwil sagte Hilfe zu. Und der Einsatz der beiden Schulklassen von Andrea Lingg und Michael Blum war eindrücklich. Abschnitt für Abschnitt setzten die Schüler die fehlenden Heckenarten gruppenweise in die Hecke ein, in die der Landwirt zuvor die dominierenden Arten herausgeschnitten und die neu zu pflanzenden Sträucher bereitgelegt hatte.

Beim abschliessenden Zvieri fragten sich die einen oder anderen Schüler, wie bald ein Neuntöter seine Beute an den von ihnen gepflanztem Schwarzdorn aufhängen werde oder wie wohl Sirup aus Kornelkirschen schmecke.