Eigentlich wären sie noch schön – wenn da nicht die ausgefransten Ränder wären. Die Rede ist von Frottéetüchern im Haushalt. Das Material bleibt oft lange Zeit saugfähig. Die Farben leuchten auch nach X-mal waschen. Doch die Ränder und Kanten reissen auf, die Kanten fasern, die Tücher wirken alt und schmuddelig.
Frottéewäsche muss deshalb nicht ausgemustert werden. Mit den folgenden beiden Tipps sehen die Kanten aus wie neu – oder sogar noch besser.
Tipp 1: Kanten fixieren
An den abgenutzten Längskanten die Fransen wegschneiden. Die Kanten dann mit einem Zierstich übernähen. Geeignet sind Wabenstich oder Bogennaht aber auch florale Stiche. Ungeeignet sind Stiche, die sehr kompakt genäht werden, sie machen die Kanten hart.

Tipp 2: Schrägband
Den Schrägband-Bedarf pro Tuch berechnet man so: Zwei Mal die Saumlänge des Tuches plus sechs Zentimeter Einschlag. Dazu kommen zehn Zentimeter für den Aufhänger.
Zu dieser Summe rechnet man nochmals zehn Prozent dazu. Denn Baumwoll-Schrägband geht beim Waschen bis zu zehn Prozent ein. Die damit eingefassten Kanten der Tücher würden dann zusammen gezogen. Doch dagegen hilft ein Trick: Das Schrägband mit Garn zusammenbinden (siehe Bild). Ein Stück Garn am einen Ende einziehen und als Schlaufe verknüpfen. Das Schrägband in eine Schüssel legen und mit kochendem Wasser übergiessen. Auskühlen lassen, sorgfältig ausdrücken– nicht auswringen – und zum Trocknen an der Garn-Schlaufe aufhängen.
Mit dem Aufhänger beginnen
Beim Nähen als erstes den Aufhänger fertigen: Zehn Zentimeter Schrägband abschneiden, einmal längs falten und die Kanten schmalkantig absteppen. Die Säume unten und oben am Frottéetuch wegschneiden. Den Aufhänger an der gewünschten Stelle feststecken.
Für das Schrägband Saum-länge plus drei Zentimeter zuschneiden. Das Schrägband an einer Längsseite leicht öffnen und an die Tuchkante stecken. Am Anfang und Ende das Band je 1,5 Zentimeter vorstehen lassen und um die Ecke legen.
Das Schrägband in der Bruchkante aufnähen. Das Schrägband um die Kante auf die andere Seite stecken. Die Bruchkante schmalkantig absteppen. Den zweiten Saum gleich arbeiten, jedoch ohne den Aufhänger.

Alternative zum Kürzen
Wer das Frottéetuch nicht kürzen will, schneidet den Saum nicht ab, sondern trennt ihn auf. Danach schneidet man an der Bruchkante den schadhaften Rest des Saums ab. Anstelle des Schrägbands kann gewaschener Baumwollstoff verwendet werden, im geraden Fadenlauf in vier Zentimeter breite Streifen geschnitten. Schneller geht es, wenn die Saumkanten nur mit Zierstichen abgenäht werden.

Geflickte Akzente
Schrägband ist in vielen verschiedenen Unifarben erhältlich, auch bunt gemustertes. Entweder man wählt ein farblich passendes Schrägband, dann sehen die Tücher anschliessend aus wie neu. Oder man setzt bewusst Farbtupfer und wählt zusätzlich einen kontrastfarbenen Faden fürs Übernähen der Längskanten.
Damit liegt man im Trend des «visible Mending», des sichtbaren Flickens. Mit dieser Art des Ausbesserns will man schadhafte Stellen nicht verbergen, im Gegenteil: Sie sollen auffallen, man setzt damit Akzente.

