Warum machen Sie diese Ausbildung?

Nach dem Studium und einigen Jahren Berufserfahrung habe ich den Bezug zur Natur vermisst. An der Bäuerinnenschule möchte ich mir ein ganzheitliches Wissen zur Umwelt aneignen. Einerseits möchte ich die Natur und deren Zusammenhänge besser verstehen und andererseits mehr über Schweizer Traditionen und deren Potenzial in der Zukunft lernen.

Lynn Schmitter ist 27 Jahre alt, wohnt in Buochs im Kanton Nidwalden, ist in ihrem Erstberuf Architektin und absolviert derzeit den Fachkurs Bäuerin am BWZ Obwalden.

Was braucht der Bauernhof der Zukunft?

Mit meinem bisherigen Wissen sehe ich zwei Wege zu Erfolgschancen in der Landwirtschaft. Entweder mit einem grossen Betrieb oder einer Nische, die sich gut vermarkten lässt. Dabei sollte es nicht zum Stillstand kommen, stattdessen sollte ein Landwirtschaftsbetrieb wie jedes andere KMU ständig in Bewegung bleiben.

Wie sieht Ihre Zukunft aus?

Ich möchte ausserfamiliär einen Betrieb übernehmen. Ich sehe es als Chance, dass ich früher keinen Bezug zur Landwirtschaft hatte. Dadurch habe ich keine festgefahrenen Vorstellungen und bin offen für neue Ideen. Mit dem Wissen meiner Erstausbildung bin ich motiviert, etwas Unkonventionelles zu wagen und dabei den ganzheitlichen Ansatz umzusetzen.

Wie empfinden Sie den Stadt-Land-Graben?

Ich bin in einem Bergtal im Berner Oberland aufgewachsen und habe später mehrere Jahre in der Stadt Luzern gewohnt. Dabei habe ich beide Seiten kennengelernt und verstehe das Unverständnis, welches leider oft beidseitig vorhanden ist. Ich denke, man muss beide Seiten erlebt haben, um über diesen Graben hinwegzusehen und Lösungen finden zu können.

Welches Modul mögen Sie weniger?

Persönlich finde ich das Modul Reinigungstechnik und Textilpflege etwas konservativ. Für sehr junge Frauen kann es sicher einen Mehrwert bieten, ich sehe es aber als ebenso wichtig an, dass die Jungbauern im Haus mitarbeiten.