Maurice Gassmann ist einer der Teilnehmer am Direktzahlungskurs. Er wird demnächst den Betrieb seines Vaters in Pacht übernehmen. Warum hat er sich für die kürzere Ausbildung entschieden und macht keine offizielle Lehre oder die Nachholbildung Landwirtschaft?

Familie, Job und Ausbildung unter einen Hut

Maurice Gassmann ist auf einem Bauernhof aufgewachsen und 30-jährig. «Da ist man nicht mehr so flexibel, eine Lehre zu machen», sagt er. Auch war er zu diesem Zeitpunkt schon Vater geworden und hat nun eine Familie. Ein Tag pro Woche Abwesenheit im Job und in der Familie sei ideal. Nebenbei arbeitet Gassmann bei der Luzerner Polizei.

«Ich war froh, dass es den Kurs noch gibt. So kann ich alles unter einen Hut bringen», sagt er. Und er gibt auch zu, dass er damit die kürzest mögliche Ausbildung gewählt hat. Der Landwirtschaftsbetrieb, welchen er übernehmen will, wird in einer Betriebsgemeinschaft mit einem Partner geführt. Wobei der Partner Vollzeit auf dem Betrieb arbeitet und Gassmann momentan nur Teilzeit.

Inhalt des Kurses geht über die ganze Breite

Allgemein ist er mit dem Inhalt des Direktzahlungskurses sehr zufrieden.«Man lernt den Stoff über die gesamte Breite. Und mit dem Aufwachsen auf dem Betrieb und der regelmässigen Mitarbeit bringe ich ja auch schon eine Vorbildung mit.» Die Möglichkeit des Direktzahlungskurses war für Gassmann entscheidend, um den elterlichen Betrieb zu übernehmen.

 

Nachholbildung Landwirtschaft im Nebenerwerb machen

Für Männer und Frauen, die einen Landwirtschaftsbetrieb übernehmen möchten, empfielt es sich grundsätzlich eine Lehre zu machen mit Eidgenössischem Fähigkeitszeugnis (EFZ) als Abschluss.

Wer bereits eine andere Lehre abgeschlossen hat, kann das EFZ in der Zeitauslbildung, im zweijährigen Lehrgang erlangen oder über die Nachholbildung. Die Nachholbildung kann berufsbegleitend gemacht werden.

Weitere Infos findet man auf den Webseiten der Landwirtschaftlichen Schulen (hier gehts zur Liste).

 

Knapp dran mit der Hofübergabe

Auch Fabian Rösch aus Oberkirch LU absolviert den Direktzahlungskurs. Er will den Betrieb seines Vaters 2021 übernehmen, der bereits pensioniert ist. «Wir sind knapp dran mit der Übergabe», sagt Rösch.

Im gehe es mit dem Direktzahlungskurs nicht um die Berechtigung für den Erhalt der Direktzahlungen, sondern um die Rechtslage mit dem bäuerlichen Bodenrecht. Rösch arbeitet auswärts als Gartenbauer und hat sich dort in den letzten Jahren zum Gärtnermeister weitergebildet. Er will den Betrieb mit seiner Partnerin führen, die die Betriebsleitung übernehmen wird.

Gemüsebau mit regenerativer Landwirtschaft

«Die Idee ist es, innovativ im Gemüsebau unterwegs zu sein, indem wir Regenerative Landwirtschaft betreiben», erzählt Rösch. Mit seiner Partnerin ist er Mitglied im Verband für Regenerative Landwirtschaft, wo sie regelmässig Kurse besuchen, um sich weiterzubilden.

Teilnehmer aus verschiedenen Berufsfeldern

Er findet den Direktzahlungskurs wichtig für die Erhaltung der Kleinbetriebe. «Wenn man diese Kurse unterbinden will, dann sind plötzlich die kleinen Bauern mit den Nischenproduktionen nicht mehr da», meint Rösch. Er profitiere gut von dem Kurs auch durch die Teilnehmenden, die aus den unterschiedlichsten Berufsfeldern kommen. «Da kommen viele Innovative Ideen zusammen.»