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Fünf Landwirte setzten auf Nussbäume und hoffen auf den Agropreis

Die fünf Mitglieder der Nussgesellschaft Wartau im St. Galler Rheintal sind für den Agropreis 2019 nominiert. In ihren Hochstammgärten kultivieren sie auf einer Fläche von 10 Hektaren 1500 Nussbäume. Die Vermarktung wollen sie selber an die Hand nehmen.


von Heidy Beyeler
Publiziert: 28.10.2019 / 08:01
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Die Zahl Fünf scheint für fünf mutige Werdenberger Landwirte eine wichtige Rolle zu spielen. 2014 pflanzten sie auf zwei Parzellen die ersten 150 Nussbäume. Nach fünf Jahren starteten sie Mitte Januar 2019 mit der Umsetzung ihres Projekts Walnusskompetenzzentrum. Über dieses PRE-Projekt (Projekt zur Regionalen Entwicklung) wollen die Landwirte in fünf Jahren 50 Tonnen Nüsse ernten, verarbeiten und ver­kaufen. Bis heute ist die Fläche ihrer Hochstammobstgärten auf rund zehn Hektaren mit rund 1500 Nussbäumen gewachsen.

Lange Geschichte

Die Baumnuss hat das Rheintal – insbesondere im Werdenberg – geprägt. Funde von Nussschalen bei der Burgruine Wartau beweisen, dass es schon in der Jungsteinzeit Nussbäume gab. In der jüngsten Zeit spielt die Walnuss in der Region eine wichtige ­Rolle. 2009 wurde der Verein «Nussdorf Frümsen» gegründet. Grund dafür waren die vielen Nussbäume, die vorwiegend im Wald und auf Flächen der Ortsgemeinde standen und stehen.

­Inzwischen ist auch ein Sortengarten entstanden. Dass nun zusätzlich fünf Landwirte in der Region Plantagen erstellt haben, auf denen Nussbäume professionell angebaut und gepflegt werden, freut die Werdenberger Bevölkerung. Die Idee dazu sei von einer Hochstammbaum-Pflanzaktion der Gemeinde Wartau ausgegangen, erinnert sich Mitinitiator Heinz Müller.

Ökologische Aufwertung

Die Hochstammobstgärten, die er zusammen mit Philip Bernegger, Michael Dütschler, Christian Schlegel und Kaspar Sulser angelegt hat, würden auch zur optischen und ökologischen Aufwertung der Landschaft beitragen, betont Heinz Müller. Die fünf Landwirte wagten den Aufbau eines neuen Standbeins für ihre Betriebe im Wissen, dass es ein langer Weg sein wird, bis die erste volle Ernte eingefahren werden kann.

Während den vergangenen fünf Jahren eigneten sie sich das Wissen über den professionellen Anbau von Walnüssen an. Sie nahmen Kontakt auf mit Produzenten aus der Region Grenoble, dem grössten Anbaugebiet Europas. Sie konnten von deren Erfahrungen profitieren und informierten sich ebenfalls über die Möglichkeiten zur Mechanisierung von Pflege und Ernte der Nüsse.

In der Schweiz gibt es seit eh und je Baumnüsse. An die professionelle Produktion von Baumnüssen wagte sich lange Zeit aber niemand. In den letzten Jahren sind jedoch auch in andern Regionen Initiativen wie in Werdenberg entstanden. Beim Walnusskompetenzzentrum mit Sitz in Malans sind neben den Werdenbergern auch Genossenschafter aus der Region Bündner Rheintal, dem Puschlav und dem Kanton Luzern dabei. Am 16. Oktober ist dort eine vollautomatische Riesen-Knackmaschine aus Kalifornien eingetroffen. Damit werden heuer die Kerne der Walnüsse erstmals mit dieser Knackmaschine aus der Schale gepellt und mit einer Bühler-Sortex-Maschine sortiert. Die Bündner Bäckereien werden sich freuen, wenn sie für ihre Bündner Nusstorte Baumnüsse aus der Region verwenden können. Bisher wurden dazu fast ausschliesslich Nüsse aus dem Ausland verwendet.

Vermarktung in eigener Hand

«Vor zwei Jahren haben wir Werdenberger mit der Nugewa, der Nussgesellschaft Wartau, eine einfache Gesellschaft gegründet», erklärt Heinz Müller. «Mit diesem Zusammengehen können wir für den Maschineneinsatz, das Waschen und Trocknen sowie das Vermarkten Klarheit schaffen.» Für das Trocknen befinden sich die Nugewa-Mitglieder in einer komfortablen Situation: Gleich nebenan befindet sich die Saatmaistrocknungsanlage von Michael Dütschler. Diese wird derzeit für das Trocknen der Nüsse erweitertet.

Die Wartauer lassen den grössten Teil ihrer Nüsse zu halben Kernen und Nussbruch verarbeiten. Die Vermarktung nehmen sie selber in die Hand. Ein gewisser Teil wird zu regionalem, kalt gepresstem Schweizer Nussöl oder als ganze Nüsse mit Schale angeboten. Zum Abschluss meint Heinz Müller: «Wenn ­alles so läuft, wie wir uns das wünschen, werden wir möglicherweise un­sere jetzigen Nussplantagen-Flächen erweitern.» Die fünf Landwirte hoffen, dass sie an der Agropreis-Verleihung für den grossen Effort der vergangenen Jahre belohnt werden.

27. Agropreisverleihung

Am 7. November 2019 verleiht die Emmentalversicherung im Berner Kursaal zum 27. Mal den Agropreis. Die Jury hat aus zahlreichen Innovationsprojekten vier nominiert, welche sich an der Preisverleihung präsentieren können und um Preise im Gesamtwert von 50‘000 Franken kämpfen.

Nominierte Projekte sind nebst den Walnüsse aus der Ostschweiz, Pflanzenkohle aus der Innerschweiz, ein Milchautomat aus dem Kanton Bern und die Malzproduktion aus der Westschweiz.

Die Veranstaltung beginnt um 15 Uhr und wird von Nicole Berchtold moderiert. Für Unterhaltung sorgt das Duo Lapsus. (Anmeldung hier)

 

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