Der Gesellschaft fehle in gewissen Bereichen das logische Denken, meinte Präsident Josef Odermatt an der von rund 110 Personen gut besuchten Generalversammlung des Bauernverbands Nidwalden, traditionell am Seppitag, 19. März. Mit dabei waren als Gäste auch der Direktor des Schweizer Bauernverbands, Martin Rufer, und Landwirtschaftsdirektor Josef Christen.
Biodiversität und Ökologie hätten zum Teil einen höheren Stellenwert als die Produktion von hiesigen Lebensmitteln. Um die Bevölkerung zu ernähren, werde auf Importe gesetzt, das stimme die Landwirtschaft nachdenklich, meinte Odermatt.
Bauten besser nutzen
Kritisch äusserte er sich auch zu den Raumplanungsauflagen. Baubewilligungen zu erhalten, sei eine immer grössere Hürde, so, wenn es um die Anzahl Wohnungen auf einem Bauernhof gehe. Konstante Praxis auch gemäss den kantonalen Richtlinien für das Bauen ausserhalb von Bauzonen war, dass generell drei Wohnungen erstellt werden konnten. Nun werde auf den Ist-Zustand abgestützt und eine zusätzliche Wohnung werde kaum mehr toleriert. Dies allerdings ohne Anpassung eines Gesetzes oder der Richtlinien, was unverständlich und willkürlich sei, nervte sich Odermatt.
Solche Verschärfungen würden von einer breiten Bevölkerung nicht verstanden, wenn bestehende Bauten nicht besser genutzt werden könnten. «Es sollte doch möglich sein, dass es auf einem Bauernhof Wohnraum für drei Generationen geben kann.» Der Bauernverband erwarte von den zuständigen Amtsstellen mehr Weitsicht bei der Beurteilung von Baugesuchen und wolle nun politisch aktiv werden.
Neue Vorstandsmitglieder
Die Jahresrechnung schloss mit einem kleinen Gewinn ab. Aus dem Vorstand traten Roland Businger nach zehn Jahren und Sepp Lussi nach sechs Jahren zurück. Neu in den Vorstand gewählt wurden Markus Filliger, Ennetmoos, und Martin Zimmermann, Ennetbürgen. Nebst zahlreichen Ehrungen für erfolgreiche Lehrabschlüsse und Weiterbildungen wurde Tierarzt Klaus Odermatt für seine Verdienste für Bäuerinnen und Bauern geehrt. Über 40 Jahre besuchte er zu allen Tages- und Nachtzeiten unzählige Betriebe und behandelte kranke Tiere.
Innovationspreis für Murmatt
Jährlich verleiht der Bauernverband Nidwalden einen Preis für innovative und erfolgreiche Betriebe. Dieser hat einen ideellen Wert, neben einer Plakette erhalten die Preisträger einen gluschtigen Geschenkkorb mit regionalen Produkten. Diesmal ging der Preis an den Hof Murmatt von Martin von Holzen und Anita Z’Rotz. Auf dem rund 6 ha kleinen Betrieb in der Bergzone 1 am Fusse des Stanserhorns haben die Besitzer mit viel Herzblut umstrukturiert und diversifiziert.
Auf dem Biobetrieb gibt es nun Grauviehkühe, einen Marktgarten, woraus im Abo Gemüsekörbe geliefert werden, und einen grossen Obstgarten. Eine Vielfalt von selbst verarbeiteten Hofprodukten wird direkt vermarktet und in einem Gästeraum werden saisonale Menüs angeboten. Der Betrieb Murmatt zeige einmal mehr, dass nicht die Grösse für ein sicheres Einkommen sorge, sondern die Innovations- und Schaffenskraft, meinte Vorstandsmitglied Beat Risi bei der Würdigung der Preisträger.
Tiere sorgfältig transportieren
Überlegungen beim Transport von kranken und verletzten Nutztieren, dazu referierte Kantonstierarzt Marco Gut. Er zeigte auf, worauf zu achten ist, zumal Tiertransporte im Fokus der Öffentlichkeit stünden. Es gelten nach wie vor die Bestimmungen der Tierschutzverordnung aus dem Jahr 2008, wonach verletzte oder kranke Tiere nur so weit als nötig und unter besonderen Vorsichtsmassnahmen transportiert werden dürfen. Als Entscheidungshilfe für den Grenzbereich von gesunden und nicht gesunden Tieren dient ein Leitfaden aus dem Jahr 2015, der 2022 aktualisiert wurde. Es gebe eben kein Ja oder Nein, sondern die Einschränkungen für den Transport seien abhängig von der Schwere der Krankheit oder der Verletzungen, erklärte Gut. Falls unklar sei, ob Tiere nur mit Einschränkungen transportierbar seien, könne im Zweifelsfall der Tierarzt beigezogen werden. In schweren Fällen brauche es ein tierärztliches Zeugnis für den Transport. Die Verantwortung liege jeweils beim Tierhalter und beim Transporteur.

