Der Bundesrat hat das landwirtschaftliche Verordnungspaket verabschiedet. Der Schweizer Bauernverband begrüsst, dass das Schlepplschlauch-Obligatorium um 2 Jahre herausgeschoben wird. Gleichzeitig bedauert er, dass die Verkäsungszulage gesenkt wird.

Lieferfristen von bis zu 18 Monaten

AgrarpolitikSchleppschlauch-Obligatorium bis 2024 vertagtMittwoch, 3. November 2021 Die Schleppschlauchpflicht gilt erst ab Anfang 2024 statt wie vorgesehen ab 2022, wie der Bundesrat mitteilt. Die betroffenen Betriebe sollen so mehr Zeit für die Anschaffung der entsprechenden Geräte erhalten, da die Lieferzeiten lang seien. Der Schweizer Bauernverband (SBV) begrüsst den Entscheid. Die Lieferfristen betrügen bis zu 18 Monate. Zudem sei für viele Betriebe noch gar nicht klar, welche Flächen von der Pflicht betroffen seien.

1 Rappen weniger für Käse 

Die Verkäsungszulage wird von 15 auf 14 Rappen pro Kilo Milch gesenkt. Laut Bundesrat ist das nötig, weil das Budget ansonsten nicht ausreicht. Gleichzeitig wird die Verkehrsmilchzulage von 4,5 auf 5 Rappen pro Kilo Milch erhöht. Der SBV bedauerte die Kürzung der Verkäsungszulage und fordert das Parlament dazu auf, das Budget anzupassen, so dass die Kürzung nicht nötig sein wird.

Milchproduzenten melden sich morgen ...

Insgesamt fielen die Reaktionen zum Verordnungspaket noch eher spärlich aus. Die Schweizer Milchproduzenten wollen sich morgen ausführlicher zu Wort melden. Auf Twitter setzten sie eine erste Duftmarke und gaben der Ablehnung bei der Senkung der Verkäsungszulage wie folgt Ausdruck:

Kaum zu glauben: Der Bundesrat will die #Verkäsungszulage um einen Rappen senken! Das ist Abbau beim Grenzschutz für die Milch und vernichtet im gröberen Umfang Wertschöpfung am Markt. Die Milchproduzenten werden sich dagegen wehren! @LID @BauernZeitung @SchweizerBauer@AgriHebdopic.twitter.com/eK8HN5fsmd

— Schweizer Milchproduzenten | SMP | Swissmilk (@SMP_swissmilk) November 3, 2021

Auch zur Verschiebung des Schleppschlauch-Obligatoriums fand sich auf Twitter eine geharnischte Reaktion, diesmal wenig überraschend von einer Umweltorganisation, dem WWF Schweiz. 

🚜🌾🤔Unglaublich: Der BR widersetzt sich dem Willen des Parlaments und verschiebt das Schleppschlauch- Obligatorium um zwei Jahre. Lieferengpässe bedeuten nicht, dass man einfach abwarten soll. Das Nachsehen haben die Natur und wir alle. #ZuvielStickstoffhttps://t.co/UpxScRezTW

— WWF Schweiz (@WWF_Schweiz) November 3, 2021