Bundesrat Parmelin besuchte Obwaldner Bauern

Landwirtschaftsminister Guy Parmelin liess sich über die Situation und Herausforderungen der Innerschweizer Landwirtschaft informieren. Die hat grossen Respekt vor der neuen Agrarpolitik 2022+.

Dem Bundesrat vor Ort im Kuhstall aufzeigen, welche Probleme die kleinstrukturierte und tierintensive Innerschweizer Landwirtschaft habe, war das Anliegen der Obwaldner Nationalrätin Monika Rüegger. Sie hat den Besuch auf dem Milchviehbetrieb von Markus und Angelika Albert in Alpnachstad am Donnerstag Nachmittag organisiert. So konnten Vertreter des Bauernverbandes und des Landfrauenverbandes dem Landwirtschaftsminister Guy Parmelin, aber auch Ständerat Erich Ettlin und Regierungsrat Daniel Wyler aufzeigen, dass die neue AP22+ diese Region besonders stark treffen würde. Ängste bestehen vor allem wegen der vorgesehenen Senkung der DGVE-Limiten, aber auch Umlagerungen bei den Direktzahlungen.

Lösungen für die Regionen suchen

Er sei sich bewusst, dass jeder Kanton stolz auf seine Landwirtschaft sei, und eben deren Unterschiede gross sind. Er sei sich auch bewusst, dass die Berglandwirtschaft auf Futterbau und Milchwirtschaft angewiesen sei. Beeindruckt zeigte er sich vom hohen Bioanteil, der Diversifizierung und der Dynamik der Obwaldner Bauern.

Die AP22+ sei für die ganze Schweiz gedacht und ein Kompromiss, es gelte auch Umweltanliegen aufzunehmen, meinte Parmelin mit Verweis auf die anstehenden Initiativen. Nun gelte es eben, anwendbare Lösungen für die Regionen zu finden. Die Agrarpolitik müsse einen Schritt weiterkommen, das sei nicht nur für die Zentralschweizer Landwirtschaft anspruchsvoll. Er setze sich aber ein für eine produktive Landwirtschaft. Schliesslich habe gerade die Corona-Zeit bewusst gemacht, dass in der Schweiz nur die Hälfte aller Lebensmittel produziert wird.

Erschreckende Ideologien

Nationalrätin Monika Rüegger meinte, dass es wichtig sei, dass Bauern und Landfrauen persönlich und an höchster Stelle darlegen können, welchem Druck die regionale Landwirtschaft ausgesetzt ist. Seit sie im Parlament sei habe sie festgestellt, dass Bergregionen und die Landwirtschaft im viel grüneren Parlament eine Minderheit seien und deshalb versuchen müssten, ihre Stimme anderswo und direkt zu platzieren. «Es ist teils erschreckend, wie idelogisch statt praxisnah im Nationalrat die Landwirtschaft fernab der Realität behandelt wird.»

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