Unterdessen ist klar: Die Abstimmung über die Biodiversitäts-Initiative findet am 22. September statt. Wir bekämpfen diese in einer breiten Allianz mit der Energiebranche, dem Wald, dem Tourismus und verschiedenen weiteren Betroffenen. Vielleicht fragen Sie sich, warum wir uns so für die Ablehnung engagieren? Denn die Landwirtschaft ist ja nicht gegen die Biodiversität und engagiert sich für deren Förderung.

Die Antwort ist einfach: Sie hätte grosse Auswirkungen auf die landwirtschaftlich nutzbaren Flächen. Die Initianten haben nämlich eine klare Vorstellung: Ein Drittel der Landesfläche zu unantastbaren Schutzräumen machen. Diese Fläche soll fix ausgeschieden zur Förderung der biologischen Vielfalt dienen. Aktuell sehen sie 8 Prozent als ausreichend geschützt an. Weil das doch sehr extrem ist und einschneidende Auswirkungen nicht nur auf die Landwirtschaft, sondern auch die nachhaltige Energieproduktion, die Nutzung des Waldes und die Weiterentwicklung der Berggebiete hätte, lehnen Bundesrat und Parlament sie klar ab.

Schon heute wird jede fünfte Hektare für die biologische Vielfalt eingesetzt

In unseren Aktivitäten sehen wir in der ersten Phase vor, die Bevölkerung über das Engagement der Landwirtschaft für die biologische Vielfalt zu informieren. Zum Beispiel, dass wir heute schon jede fünfte Hektare dafür einsetzen. Zu diesen rund 190 000 Hektaren BFF kommen rund 220 000 Hektaren artenreiches Sömmerungsgebiet.

Dazu laufen bereits jetzt nicht nur verschiedene Massnahmen im Online-Bereich und in den sozialen Medien. Vielmehr bieten wir über die kantonalen Bauernverbände auch gezielt Tafeln an, um die aktuellen BFF-Flächen auszuzeichnen. Wenn die Bevölkerung sich bewusst ist, dass der Landwirtschaft die Biodiversität durchaus am Herzen liegt, dann kann sie auch mit gutem Gewissen Nein stimmen.

Bevölkerung in den ländlichen Regionen muss abstimmen gehen

In der eigentlichen Abstimmungskampagne ab Anfang August tragen wir dann die eigentlichen Nein-Argumente in die Breite: Die einheimische Versorgung würde geschwächt und die Importe von Strom, Essen und Holz nähmen zu. Die ländlichen Gebiete könnten sich nicht weiterentwickeln.

Bei den letzten Abstimmungen haben die urbanen Gebiete überdurchschnittlich teilgenommen. Wir müssen also sowohl dafür sorgen, dass unsere Argumente in diese Gebiete kommen, wie auch dafür, dass die Bevölkerung in den ländlichen Regionen abstimmen geht. Dafür brauchen wir wiederum ein breites Engagement in der Landwirtschaft selbst. Alle können einen Beitrag leisten. Danke jetzt schon dafür!