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Zentralschweiz
Publiziert: 08.11.2018 / 18:43
Einzigartige, persönliche Betreuung

Der Hof Obergrüt gibt Menschen mit Demenz einen Sinn und ein Stück Lebensfreude und deren Angehörigen Entlastung. "Hier werden sie nicht mit ihren mentalen Verlusten konfrontiert, sondern mit Sachen, die sie noch bewältigen können", ist Bäuerin Luzia Hafner überzeugt.

"Bei uns ist es wie in einer Grossfamilie", erzählt Luzia Hafner lächelnd. "Heute Mittag waren wir 17 Personen am Tisch." Einige Gäste sitzen bereits wieder dort und schälen Äpfel. Es gibt Apfelcrème zum Dessert – saisonal, wie es sich in einer guten Bauernküche gehört.    

Strukturierter Alltag     

Auf dem Hof Obergrüt mit spektakulärer Aussicht Richtung Emmental bietet die Gründerin zusammen mit einem professionellen Betreuungsteam den Erkrankten sowie deren Angehörigen eine alternative Begleitung an – tageweise, ferienhalber oder regelmässig in bestimmten Abständen. Die Gäste werden persönlich und individuell betreut. "Demente Menschen brauchen Hilfe und Struktur im Alltag", meint Hafner. "Ihnen fehlt die Sicherheit, wer, wo und was sie sind." Ihre Gäste leben noch in ihrem Zuhause, nicht in einer Klinik.

Das hiesige Angebot unterscheidet sich von Pflegeheimen. "Wir integrieren unsere Gäste in den Alltag auf dem Bauernhof. Sie arbeiten mit – nach ihren individuellen Stärken und Bedürfnissen. Heute Mittag etwa haben viele beim Rüsten geholfen." Ein ehemaliger Kornspeicher auf dem Grundstück bietet zudem die Möglichkeit, diese Atmosphäre zusammen mit Angehörigen im Rahmen eines Ferienaufenthaltes zu geniessen.

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Ausführlicher Artikel in der BauernZeitung Zentralschweiz und Aargau vom 9. November.

Was ist Demenz? 

Als Demenz werden die Folgeschäden einer chronischen Erkrankung des Gehirns bezeichnet. Betroffene haben eine Störung in mehreren Hirnleistungen, so unter anderem in den Bereichen Lernen und Gedächtnis, Aufmerksamkeit, Sprache, Wahrnehmung und in der sozialen Interaktion. Es gibt verschiedene Arten von Demenz, die häufigsten davon sind Alzheimer und die vaskuläre Demenz. Andere Formen der Krankheit, zum Beispiel basierend auf einer Schilddrüsenunterfunktion oder einem Vitamin B12-Mangel, können durch eine geeignete Behandlung teilweise oder ganz geheilt werden. Ein gesunder Lebensstil kann helfen, das Risiko einer Demenzerkrankung zu verringern.

Schweizweit sind aktuell 148‘000 Personen an Demenz erkrankt. Gemäss Alzheimer Schweiz wird geschätzt, dass 9 Prozent der über 65-jährigen Menschen und mehr als 40 Prozent der über 90-Jährigen von der Alzheimerkrankheit oder einer anderen Demenzform betroffen sind.

Anlaufstellen für Erstbetroffene:

  • Hausarzt
  • Alzheimer Schweiz (www.alz.ch) oder das Alzheimer-Telefon (058 058 80 00)

 

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