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Schweiz-International
Publiziert: 27.08.2018 / 15:13
7 Exoten, die in der Schweiz gedeihen

Im Kanton Aargau wachsen neu Aprikosen unter Folientunnel. Doch in der Schweiz gedeihen noch viel exotischere Gewächse, wie diese sieben Beispiele zeigen.

  1.  Quinoa
    Quinoa (Chenopodium quinoa), auch Reismelde, gehört zur Gattung der Gänsefüsse und ist auch als Inkareis bekannt. Die stärkereichen Körner sind aber aktuell nicht nur ein Megahype-Nahrungsmittel, es werden auch grosse Hoffnungen darauf gesetzt. Der ehemalige UNO-Generalsekretär Ban Ki-moon erklärte das Jahr 2013 zum Quinoa-Jahr. Die Pflanze solle helfen, den Welthunger zu stillen. 2015 starteten erste Anbauversuche in der Schweiz. 2017 produzierten bereits 34 Produzenten auf rund 40 Hektaren Quinoa für IP-Suisse.

  2. Süsskartoffeln
    Die Süsskartoffel (Ipomoea batatas, auch Batate, Weisse Kartoffel oder Knollenwinde genannt) gehört zu den Windengewächsen. Nach Kartoffeln und Maniok gehört sie zu den meistproduzerten Wurzeln- und Knollenpflanzen der Welt. Besonders gut gedeiht die im Geschmack leicht an Kürbis erinnernde Nutzpflanze in tropischen Klima, aber sie wächst längst auch in der Schweiz. Im Frühling 2014 begannen Simon van der Veer und Christian Hurni im Seeland mit dem Anbau von Süsskartoffeln (wir berichteten). Simon van der Veer gewann 2017 Jahr sogar den Agro-Star Suisse, nicht nur für sein Engagement im Anbau der seltenen Knolle, aber sicher auch (wir berichteten). Auch «die grüne»-Redaktor Sebastian Hagenbuch gehört zu den Schweizer Süsskartoffel-Produzenten (kürzlich waren wir auf seinem Betrieb zu Besuch).




  3. Reis
    Als Reis werden die Getreidekörner der Pflanzenarten Oryza sativa und Oryza glaberrima bezeichnet. Reis ist ein Grundnahrungsmittel für einen grossen Teil der Weltbevölkerung. Der Betrieb Terreni alla Maggia im Tessin produziert seit den 1980-er Jahren erfolgreich Reis. Bereits fünfzig Jahre zuvor pflanzten Bauern in der Region Reis an. Sie fluteten damals die Felder, wie sie es von Bauern in Asien kannten, hatten mit dieser Methode aber wenig Erfolg. Heute sieht der Tessiner Anbau anders aus: Der Reis wird wie Getreide trocken angebaut und einmal pro Woche bewässert, wie die Nachrichtenagentur Keystone-SDA kürzlich berichtete. Übrigens: Der so genannte Wildreis gehört botanisch nicht zur Gattung Reis.


  4. Mini-Kiwis
    Mini-Kiwis sind zwei bis vier Zentimeter grosse Kiwibeeren. Bereits seit einigen Jahren produzieren rund 20 Thurgauer Landwirte die kleine Exotin. Die Produzenten rund um Initiant Urs Wehrle und die Landi Hüttwilen gründeten im März dieses Jahres im Rahmen des Projekts Regionale Entwicklung (PRE) die Interessengemeinschaft IG Mini-Kiwi. Man wollte sich damit verbindlich vereinen und führte gemeinsam eine Solidarhaftung in Bezug auf Nachernteverluste verzehrfertiger Früchte ein, sagte Präsident Urs Wehrle damals gegenüber dem «St. Galler Tagblatt».
    (Bild Björn Appel)

  5. Goji-Beeren
    Die Beeren des Chinesischen Bocksdorns sind zusammen mit denen des Gemeinen Bockdorns bekannt als Wolfsbeeren oder Goji-Beeren. Sie gehören zu den gehypten «Superfoods». In der Traditionellen Chinesischen Medizin spielen sie eine wichtige Rolle. Auf dem Bauernhof der Familie Räss im Zürcher Weinland wurden 2016 erstmals Goji-Beeren in Bio Suisse-Qualität geerntet (wir berichteten). (Bild Jeon Sang O)

  6. Aronia-Beeren
    Auch wenn sie direkt vom Strauch gewöhnungsbedüftig schmeckt, gehört auch die Aronia-Beere zu den Superfoods. Sie gehört in die Familie der Rosengewächse und ihr werden zahlreiche positive Wirkungen auf die Gesundheit nachgesagt. Verschiedene Produzenten in der Schweiz bauen sie an (wir berichten unter anderem hier und hier) . Die Interessengemeinschaft Aronia Schweiz wurde bereits 2009 gegründet, mit dem Ziel, den Bekanntheitsgrad und den Anbau zu erhöhen.

  7. Aprikosen
    Ja, wir geben zu, die Aprikosen aus dem Wallis sind längst bekannt. Nun gedeihen aber auch im Kanton Aargau Aprikosen (wir berichteten). Mit fachlicher Unterstützung des landwirtschaftlichen Zentrums Liebegg haben die beiden Seetaler Obstproduzenten Urs Baur und Robert Siegrist die schweizweit grösste Aprikosenanbaufläche unter modernem Folientunnel erbaut. In fünf bis sechs Jahren wird mit einer Ernte von rund 9000 Kilogramm gerechnet, wie heute per Medienmitteilung informiert wurde. (Alle übrigen Bilder Pixabay)

jw

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