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TVD für Schafe und Ziegen: Holprige Einführung schreitet voran

Es gibt weiter Probleme mit der neuen Tierverkehrsdatenbank, aber man kann auch Fortschritte vermelden.


Am 5. Februar fand wiederum eine Sitzung  zur Einführung der Tierverkehrsdatenbank (TVD) für Schafe und Ziegen statt. «Die Problembehebung läuft, unsere Anliegen werden erstgenommen aber die Programmierung braucht viel Zeit», so das Fazit von Christian Aeschlimann vom Schweizer Schafzuchtverband (SSZV) auf Anfrage der BauernZeitung. Ausserdem habe die Identitas anscheinend zu wenig personelle Ressourcen, um schneller reagieren zu können. Schliesslich sei die TVD für Schafe und Ziegen nicht die einzige Aufgabe, mit der diese Firma betraut ist.

Tierauswahl bei Geburtenmeldungen ausgedehnt

Es gibt aber auch gute Neuigkeiten. «Die Tierauswahl bei Geburtenmeldungen soll ab heute von zuvor nur 300 Mutterschafen auf alle erfassten Tiere ausgedehnt werden», erklärt Aeschlimann. Zudem sollen Massenmeldungen zukünftig möglich sein, indem die Daten aus Lesegeräten als CSV-Datei eingelesen und verarbeitet werden können.

Er sei sehr froh, dass diese Anpassung so schnell umgesetzt werden.

Das CapraNet ist aktualisiert

«Seit einigen Tagen ist das CapraNet wieder ziemlich aktuell. Die Daten aus der TVD können jetzt ins Herdebuch eingelesen werden», erklärt Ursula Herren vom Schweizer Ziegenzuchtverband (SZZV) auf Anfrage.


Sisyphusarbeit und enormer Aufwand beim Datenaustausch

Es gibt aber noch immer einige Baustellen: «Teilweise werden Tiere fälschlicherweise aus dem Herdebuch gelöscht und der Datenaustausch zwischen CapraNet und TVD ist immer noch Handarbeit», so Herren. Die Kontrolle der Datenmeldung ähnle einer Sisyphusarbeit und der Aufwand für die Bereinigung sei enorm. Bis der Datenaustausch wie ursprünglich vorgesehen automatisch funktioniert, werde es wohl noch lange dauern.

Fehlende Zusatzattribute und Rassen 

Auch der SZZV bekommt den Personalmangel für die TVD bei der Identitas zu spüren: «Wir warten seit Monaten auf Offerten für die Einrichtung von Zusatzattributen wie Hornstatus, Zwitter, Abgleich mit der Sprungmeldung und so weiter. Sie sollten aber laut Identitas bald vorliegen», erzählt Ursula Herren. Zudem fehlen in den Auswahlmöglichkeiten der TVD noch immer einige Ziegenrassen.

Erstregistrierung erfolgt nicht automatisch

Die Probleme rund um die TVD betreffen auch die Ziegenzüchter. Laut Herren gibt es Beschwerden, weil die Daten im CapraNet nicht immer aktuell waren, Geburtenmeldungen und Erstregistrierungen mit gewissen Ohrmarkenserien nicht möglich waren oder die Bedienung des Agate-Portals Mühe bereitete. Beispielsweise werde das Menü für die Erstregistrierung im Herdebuch häufig nicht auf Anhieb gefunden oder Züchter gingen davon aus, dass die Erstregistrierung automatisch erfolge.

«Viele fänden es sinnvoll, einen Abgangsgrund erfassen zu können. Temporäre Abgänge können derzeit nicht gemeldet werden», erklärt Ursula Herren.

Schwierige Bedingungen für Verhandlungen

«Es war ein Fehler, die TVD für Schafe und Ziegen gleichzeitig einzuführen. Das Projekt wurde komplett unterschätzt», so die Geschäftsführerin des SZZV. Die unterschiedlichen Interessen und Vorgaben von Seiten der Bundesämter, der Identitas und Zuchtorganisationen würden es zudem nicht einfacher machen. «Weil Ziegen die kleinere Tiergattung sind, muss der SZZV bei den Programmierungsarbeiten jeweils hintenanstehen», erklärt Herren. Jetzt sei Geduld gefragt.

Schnittstelle für Lesegeräte wenig gefragt

«Es wundert mich allerdings, dass bisher laut Identitas erst ein Anbieter von Lesegeräten angefragt hat, um die Schnittstelle für einen automatischen Datenaustausch mit der TVD nutzen zu können», so Christian Aeschlimann. Mit dieser Schnittstelle bräuchte es keinen Zwischenschritt über eine CSV-Datei mehr, um Daten vom Lesegerät in die TVD zu übertragen. Es gebe schätzungsweise fünf Anbieter, die Interesse haben könnten. «Entweder wissen diese nicht, dass sie sich bei der Identitas melden könnten oder der Schweizer Markt reagiert einfach langsam», überlegt er. Allerdings würden vor allem Schafhalter mit grossen Herden profitieren. «Vielleicht ist der Markt in der Schweiz auch einfach zu klein.»

 

 

Dankbar für Hinweise auf Fehler

Die holprige Datenübergabe seit Einführung der TVD für Schafe und Ziegen von der Identitas an das Herdebuch zehrt auch an den Nerven. «Wir bekommen Anrufe und Mails von Züchtern, die ihr Unverständnis ausdrücken», erzählt der Geschäftsführer des SSZV. Andererseits sei er dankbar um Hinweise auf Fehler im Herdebuch, die bei der Datenübertragung aus der TVD auftreten können. «Für uns ist das Herdebuch wichtig, weil darin die Leistungsdaten erfasst werden. Aber für die Identitas ist der Hauptauftrag, Daten in die neue TVD zu liefern und nicht in unser Herdebuch», erklärt Aeschlimann.

Über 220'000 Tiere erstregistriert

Gemäss Identitas haben bisher 7'800 Betriebe insgesamt 220'000 Ziegen und Schafe erstregistriert. Hinzukommen knapp 22'000 Geburtsmeldungen und über 17'000 Zu- und Abgänge, die bis am 5. Februar erfasst worden sind. 

Bei rund 14'600 Schaf- und Ziegenhalter in der Schweiz (Stand 2018) haben demnach rund 54 Prozent der Halter Erstregistrierungen durchgeführt. 

Hilfe für die Bedienung der neuen TVD (Agate-Portal) mit Text und Videos, sowie Allgemeine Angaben zu den neuen Regelungen und Ohrmarken finden Sie unter www.schafeziegen.ch

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