Das Verlangen nach Tierwohl und Tierschutz vonseiten der Gesellschaft steigt. Kaufen die Konsumenten und Konsumentinnen direkt vor Ort auf dem Hof ein, können sie sich selbst ein Bild der Haltungsbedingungen machen. Für Direktvermarktungsbetriebe, darunter auch viele Biobetriebe, liegen unter anderem deswegen mobile Legehennenställe im Trend. Denn mobile Ställe werden aufgrund des wechselnden Standorts besser von der nichtlandwirtschaftlichen Bevölkerung wahrgenommen und haben die Eigenschaft, dass die Grösse beschränkt ist. Die Herden sind also tendenziell kleiner, als bei standortfixen Ställen.

200 bis 500 Tiere

Oftmals bewegt sich die Herdengrösse zwischen 200 bis 500 Tieren. Kleinere Herden, die den Standort regelmässig wechseln und die im Falle von Biobetrieben und Freilandhaltungsbetrieben den Auslauf auf der grünen Wiese geniessen, machen das Tierwohl nach aussen deutlich sichtbar. Verschiedene Anbieterinnen im In-und Ausland haben Mobilställe für Legehennen im Angebot. Viele Tierhalter und Tierhalterinnen lassen ihrer Kreativität aber auch freien Lauf und nutzen beispielsweise alte Baucontainer und Zirkuswagen zu einem mobilen Stall um. Sowohl bei der Marke Eigenbau wie bei importierten Einheiten, ist es wichtig, dass das System den Schweizer Tierschutznormen entspricht, respektive angepasst wird.

Parasitendruck steigt mit Besatzzeit

Da der Parasitendruck auf Weideflächen mit der Besatzzeit ansteigt, bieten mobile Einheiten für Legehennen auch gesundheitliche Vorteile. Mit mobilen Ställen wird diesem Problem wirkungsvoll begegnet, da mit dem Standort auch die Weidefläche gewechselt wird. Durch das regelmässige Wechseln des Standorts auf Parzellen mit intakter Grünfläche lässt sich zudem die Grasnarbe leichter erhalten und sie kann sich besser regenerieren. Je nachdem welche Kulturen angebaut werden, können die Legehennen auch in die Fruchtfolge integriert werden.

Der Automatisierungsgrad von Mobilställen kann stark variieren und ist kosten- und anbieterabhängig. Vom einfachen Stall, in dem die Arbeitsschritte Fütterung und Eierentnahme per Hand ausgeführt werden, bis zum vollautomatischen Stall bietet der Markt alles.

Je nachdem welche Variante gewählt wird, muss mit einem höheren zeitlichen Aufwand für die Futterbereitstellung und Eierentnahme gerechnet werden. Hinzu kommt der Aufwand für das Sicherstellen einer funktionierenden Stromzuleitung und Wasserversorgung, auch bei Minusgraden.

Die Grösse ist beschränkt

Da die Grösse von mobilen Stalleinheiten beschränkt ist, kommen diese insbesondere für Betriebe mit kleineren Herden infrage. Damit die Vorteile der bewegbaren Ställe vollumfänglich ausgenutzt werden können, ist ein einfaches Verschieben mit den auf dem Betrieb vorhandenen Maschinen elementar. Es ist wahrscheinlicher, dass der Standortwechsel regelmässig ausgeführt wird, wenn er einfach in den Betriebsalltag integriert werden kann. Ausserdem müssen genügend geeignete Parzellen in der Nähe des Betriebszentrums zur Verfügung stehen.

Lassen die Betriebsstrukturen es zu, kann die Legehennenhaltung in mobilen Einheiten eine gute Möglichkeit sein, um Grünflächen zu schützen, den Weideparasitendruck zu reduzieren und das Tierwohl sichtbarer zu machen und das Bild der Nutztierhaltung gegenüber den Konsumenten zu verbessern.