Das Kraftfutter ist teurer geworden. Um dennoch wirtschaftlich zu produzieren, ist die Reduktion der Kraftfuttermenge aber keine Lösung. Die Fütterung muss immer der Genetik angepasst sein. Eine nicht leistungsgerechte Fütterung funktioniert nicht lange. Es fehlen Einnahmen durch tiefere Milchleistung, und gleichzeitig steigen die Ausgaben durch höhere Kosten, etwa wegen schlechterer Fruchtbarkeit. Deshalb gilt es, das richtige Kraftfutter in der optimalen Menge und angepasst an das Grundfutter zu füttern.
Gehalte müssen bekannt sein
Die Produktion von qualitativ bestem Grundfutter ist eine sehr wichtige Grundvoraussetzung. Fehler in der Grundfutterproduktion können nicht mit Kraftfutter und schon gar nicht mit Spezialfuttermitteln wettgemacht werden. Spezialfuttermittel sind aus Kostengründen zu vermeiden.
Die günstigsten Kraftfutter sind nach wie vor die Rohkomponenten. Gerade auf Betrieben mit einem Futtermischwagen können die Rohkomponenten sehr gut und optimal angepasst an das Grundfutter eingemischt werden. Beim Einkauf der Ergänzungsfuttermittel gilt es nicht nur den 100-kg-Preis zu beachten. Bei jeder Rohkomponente muss immer der Gehalt angeschaut und bewertet werden. Günstigeres Kraftfutter kann plötzlich teurer sein. Der «Wert» des Futtermittels ist aus dem APDE- und NEL-Gehalt berechnet. Je höher diese Gehalte, desto höher der Wert.
Beispielsweise war Anfang Oktober die Gerste gegenüber dem Weizen nicht preiswürdig und somit der Preis der Gerste zu hoch. Der Mais hingegen war fast preiswürdig gegenüber dem Weizen. Neben dem Preis muss auch die Wirkung des Futters in der Kuh betrachtet werden. Ist beispielsweise in der Ration der Rohfasergehalt knapp und der Zuckergehalt hoch, benötigt es langsam abbaubare Energie wie Maismehl. Interessant wird es bei den Eiweisskomponenten. Vor einem Jahr waren Maiskleber und Soja gegenüber Rapsprodukten preiswerter. Aktuell sind Rapsschrot und -kuchen günstiger.
Gleiches mit Gleichem vergleichen
Beim Vergleichen der fertigen Kraftfuttermischungen soll auch der Zusammensetzung Beachtung geschenkt werden. Auch hier gilt: passende Hauptfuttermittelbestandteile sowie Qualität vor Quantität.
Unternehmer müssen immer wieder die Preise der Futtermittel mit Offerten vergleichen. Dabei gilt es Gleiches mit Gleichem zu vergleichen bezüglich Menge und Qualität.

