So früh ist der Maiswurzelbohrer noch nie eingeflogen

Der Druck durch den Maiswurzelbohrer verschärft sich. Bereits Ende Juli gab es im Kanton Aargau in allen Fallen Fänge, meldet das Landwirtschaftliche Zentrum Liebegg.

Im Kanton Aargau werden zur Überwachung des Maiswurzelbohrers jedes Jahr Pheromonfallen installiert und von Ende Juni bis Mitte September kontrolliert. Dabei zeigt sich, dass sich die Problematik zunehmend verschlimmert. So sind bereits Ende Juli in allen Fallen Maiswurzelbohrer gefangen worden; das gab es noch nie.

Einschränkungen für den ganzen Aargau werden kommen

Es ist folglich davon auszugehen, dass 2023 auf dem ganzen Kantonsgebiet eine Fruchtfolgeeinschränkung für Mais gelten wird. Das heisst, auf allen Flächen, auf denen 2022 Mais angebaut wird – egal ob als Haupt- oder Zweitkultur – darf 2023 kein Mais angebaut werden. In den Nachbarkantonen sieht die Problematik ähnlich aus. Die Anzahl Fänge pro Falle hat sich im Vergleich zu den vergangenen Jahren vervielfacht. Der starke Einflug ist auf den warmen, trockenen Sommer zurückzuführen.

Vor dem Entscheid auf andere Kantone warten

Der definitive Entscheid für die Abgrenzung der betroffenen Gebiete kann erst getroffen werden, wenn die angrenzenden Nachbarskantone ihre Funde auch bestätigt haben. Aufgrund der aktuellen Situation ist davon auszugehen, dass der ganze Aargau betroffen sein wird. Fruchtfolgeplanungen mit Mais auf Mais fürs 2023 sollten verworfen und bereits jetzt Alternativen geplant werden.

Bis 90 Prozent Schaden durch Maiswurzelbohrer

Die ausgewachsenen Käfer befallen Maisblätter und Narbenfäden, was zu einer verringerten Befruchtung des Maiskolbens führt. Die Ertragsreduktion ist in der Regel 10 bis 15 Prozent, es sind aber auch 90 Prozent möglich bei massivem Druck. Die wichtigste indirekte Bekämpfungsmassnahme gegen den Maiswurzelbohrer ist kein Anbau von Mais nach Mais. Da die Weibchen ihre Eier hauptsächlich in Maisfeldern ablegen, sterben die meisten Larven ab, wenn im folgenden Jahr eine andere Kultur auf der Parzelle angebaut wird. Um die Ausbreitung des Maiswurzelbohrers als Quarantäneorganismus zu verhindern, darf in einem Umkreis von 10 km rund um den Fallenstandort kein Mais nach Mais angebaut werden.

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