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In 20 Jahren hat sich im Wald viel verändert

Das Forstrevier Irchel lud die Bevölkerung auf einen Waldrundgang ein, um auf den Wandel der letzten zwei Dekaden aufmerksam zu machen. Es sei nun wichtig, den Wald an die neuen klimatischen Bedingungen anzupassen.

Der Wald von Berg am Irchel erstreckt sich vom tiefsten Punkt am Rheinufer von 344 bis auf 669 m ü. M. auf den Irchel und über eine Fläche von über 320 Hektaren. Zusammen mit der Gemeinde Buch wird das Forstrevier Irchel mit rund 710 Hektaren gebildet.

Ende Mai 2022 fand unter der Leitung von Förster Hans Beereuter eine Waldführung statt, an der über den Irchelwald und dessen Pflege informiert wurde. Dabei zeigte sich, dass sich dieser in den letzten gut 20 Jahren durch Lothar, Eschenwelke, Borkenkäfer und weitere Sturmereignisse markant verändert hat. «Wir verzeichnen nun rund 45 Hektaren Kieferflächen, welche als Folge des Käferbefalles verschwunden sind», sagte Beereuter. Bereits beim ersten Halt zeigte sich der Wandel. Nach einer intensiven Nutzung vor über 20 Jahren ist ein völlig neuer Wald mit Ahorn, einigen Eschen und Fichten entstanden. Auch Eiche, Kirschbaum oder gar einzelne Nussbäume tragen nun zu einem artenreichen Mischwald bei. «Hier können wir in fünf Jahren eine erste Nutzung vornehmen, indem Energieholz genutzt wird», so der Förster.

Dem neuen Klima anpassen

Auf der grossen, nun kahlen Fläche am Tannenplatz standen einst Dutzende von mächtigen Fichten. Mit Naturverjüngung, gezielten Pflanzungen von Einzelbäumen und weiteren Massnahmen wird nun versucht, wieder einen Wald mit reichhaltigen Baumarten zu bekommen, welche den neuen klimatischen Bedingungen entsprechen.

An einem weiteren Standort fiel die Aufmerksamkeit auf zwei jüngere Ulmen. Diese einst verbreitete Baumart fiel dem Ulmensterben zum Opfer, als nach dem Zweiten Weltkrieg mit dem Holz der Munitionskisten aus den USA ein für sie tödlicher Pilz eingeschleppt worden war. «Diese jüngeren Ulmen scheinen über eine gewisse Resistenz gegen diese Krankheit zu verfügen», sagte Beereuter. «Wir hoffen, dass sie mit ihren Samen über die Naturverjüngung für einen natürlichen und widerstandsfähigen Ulmenbestand sorgen werden.»

Tradition verlor an Bedeutung

Der letzte Halt fand beim «Fäch» statt. Hier verfügt die Gemeinde über offene, teilweise natürlich vernässte Naturschutzflächen, welche seit 1984 unter überkommunalen Schutz stehen. Diese wurden früher von den Bauern als Streuwiesen genutzt. Die Tradition verlor jedoch an Bedeutung, die Flächen begangen zu schrumpfen. Heute werden sie nun wieder gezielt mit Pflegeeingriffen bewirtschaftet. Es werden auch etwa kleine Weiher angelegt, wo sich zum Beispiel die Libelle wohl fühlt.

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