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Von der Schulverwaltung zur Bauernsekretärin: Wie Lara Winzeler (28) die Landwirtschaft näher zur Bevölkerung bringt

Lara Winzeler (28) übernimmt die Geschäftsleitung des Schaffhauser Bauernverbands. Aufgewachsen auf dem Hof, ausgebildet in Verwaltung und frisch Mutter – sie will die Landwirtschaft besser erklären und Brücken zur Bevölkerung bauen.»

Auf Anfang Dezember ist das Sekretariat des Schaffhauser Bauernverbands vom Klettgau in den Reiat umgezogen. Nach 10 Jahren hat die Wilchingerin Virginia Stoll die Geschäftsleitung an Lara Winzeler aus Wilchingen nach Barzheim übergeben. Und damit auch an eine neue Generation: «Nach anfänglichem Zögern war ich bereit, die Herausforderung anzunehmen und bewarb mich auf die Stelle», erzählt Winzeler in der Wohnküche ihrer Familie. Auch hier ist zurzeit ein Generationenwechsel im Gang: Ihr Bruder Dominik übernimmt auf Anfang 2026 den Milchwirtschaftsbetrieb der Eltern.

Mit drei Brüdern auf einem Bauernhof aufgewachsen

«Ich bin mit drei Brüdern aufgewachsen und wurde schon als Kind in den Betrieb miteinbezogen», erzählt Lara Winzeler. Zuerst sei sie mit einfachen Ämtli im Haushalt und im Stall betraut gewesen, dann habe sie das Traktorfahren gelernt und laufend mehr Verantwortung übernommen. «Für mich war es nie ein Müssen, es hat ganz einfach dazu gehört». Zum Einstieg ins Berufsleben absolvierte sie eine KV-Lehre bei der Stadt Schaffhausen und war dabei unter anderem beim Schulamt tätig. Nach dem Abschluss führte Winzeler während zwei Jahren das Sekretariat des Stadtschulrats und bildete sich zur Sachbearbeiterin Sozialversicherungen weiter.

Schon früh Verantwortung übernommen

Es folgte ein Aufenthalt in Kanada, um Englisch zu lernen und das Land kennenzulernen. Zurück in der Heimat sprang sie unter anderem während der Kartoffelsaison auf dem Betrieb von Christian Müller ein, dem heutigen Präsidenten des Schaffhauser Bauernverbands. Dann packte die damals 23-Jährige die Chance, im zürcherischen Wangen-Brüttisellen die Stelle als Leiterin der Schulverwaltung zu übernehmen, ein Team zu leiten und sich zur Sachbearbeiterin Personalwesen und diplomierten Schulverwaltungsleiterin weiterzubilden «Dass mir schon früh Verantwortung übertragen wurde, davon konnte ich nur profitieren», stellt sie rückblickend fest.

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Winzeler ist gerne mit dem Traktor unterwegs. Die 28-jährige arbeitet gerne mit und packt da mit an, wo sie gerade gebraucht wird.

Sie will die Bevölkerung über die Landwirtschaft aufklären

Nach fünf Jahren kündigte Lara Winzeler auf den vergangenen März, weil sich mit der Geburt ihrer Tochter Leni ein neuer Lebensabschnitt ankündigte. Im Sommer folgte ein Schritt Richtung Landwirtschaft: Dass ihr Partner im nahen Büsingen einen Betrieb führt, war einer der Gründe, die Bäuerinnenschule am Strickhof anzupacken. Was ihre berufliche Zukunft betraf, sei sie zuversichtlich gewesen. «Wo eine Türe zugeht, geht eine andere auf», ist die 28-Jährige überzeugt. «Darauf konnte ich mich immer verlassen». Nun hat sie als Geschäftsführerin und Sekretärin des kantonalen Bauernverbands praktisch vor der Haustüre eine Funktion gefunden, bei der sie ihre bisherigen beruflichen Erfahrungen und ihren landwirtschaftlichen Hintergrund vereinen kann.

Eine zentrale Aufgabe ihrer neuen Rolle sieht sie in der Aufklärungsarbeit: «Der nicht bäuerlichen Bevölkerung fehlt es oft am Wissen um die Zusammenhänge in der Landwirtschaft», hält Lara Winzeler fest. Sie nennt beispielsweise die Ernährungs-Initiative, die nächstes Jahr zur Abstimmung kommt. Viele Leute wüssten gar nicht, was alles bereits umgesetzt sei, etwa was die Biodiversität betrifft. Daher sei es wichtig, aufzuzeigen, was die Landwirtschaft tagtäglich leistet. Sie nennt etwa die wöchentliche Kolumne im «Schaffhauser Bock», womit sich mit einfachen Worten der bäuerliche Alltag erklären lasse. «Ohne Kommunikation geht heute nichts mehr», sagt die neue Bauernsekretärin. Winzeler verweist auf die sozialen Medien, die sich dafür gut eignen würden. Besonders auch, um ein jüngeres Publikum abzuholen. Durch ihre jahrelangen Anstellungen bei der öffentlichen Hand wisse sie ausserdem, wie Verwaltungen ticken. Für die Verbandsarbeit, bei welcher man viel mit den Behörden zu tun habe, sei dies ein Vorteil, so Winzeler.

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Der Hof ist am Dorfrand von Barzheim gelegen, nahe der Grenze zu Deutschland.

Bereits mit Netzwerken angefangen

Sie hält viel von Netzwerken. Im Kanton konnte sie bereits zahlreiche Kontakte knüpfen, indem sie etwa während vier Jahren für die SVP im Einwohnerrat von Thayngen engagiert war. «Dadurch erhielt ich die Chance, eine Reihe von Leuten kennenzulernen», sagt die Schaffhauserin. Sie freue sich darauf, ihr Kontaktnetz auszuweiten, auch ausserkantonal. Indem sich die kantonalen Bauernverbände untereinander austauschen würden, könne man voneinander lernen und Synergien nutzen.

Nebst ihrer 50-Prozent-Stelle beim Schaffhauser Bauernverband und dem Besuch der Bäuerinnenschule an einem Tag pro Woche bleibt der jungen Mutter derzeit nicht viel Freizeit. Vor ungefähr zwei Jahren begann sie mit der Imkerei. «Bienen sind faszinierende Tiere, arbeitswillig und aktiv», sagt sie. Allerdings habe sie während der Schwangerschaft eine allergische Reaktion darauf entwickelt, die nach wie vor anhält. Als Wintermensch freue sie sich ausserdem darauf, wieder Ski zu fahren, sobald es zeitlich möglich ist. Der Sport liege ihr am Herzen: «Früher gingen wir als Familie einmal im Jahr in die Ferien - um skizufahren», erinnert sie sich. «Mein eigentliches Hobby ist jedoch die Landwirtschaft», sagt Winzeler. Ihr gefalle es, zu Hause oder auf dem Betrieb ihres Partners mit dem Traktor unterwegs zu sein, Getreide abzufahren, Heu zu holen, im Stall zu helfen oder einfach dort anzupacken, wo es sie braucht. «Schön ist, dass auch meine Tochter in dieser Umgebung aufwachsen darf.»

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