Auf vielen Schweizer Betrieben ist Technik der Wälchli Maschinenfabrik im Einsatz. Die Firma stellt Gülletechnik, Abwasserpumpsysteme und Mostereigeräte her und fertigt darüber hinaus Teile für andere Firmen. Nach fast 70 Jahren wechselt das Familienunternehmen nun den Besitzer. Familie Wälchli hat ihre Firma per 1. Januar 2022 an Randy Honegger und dessen Familie verkauft; die Übergabe der Geschäftsführung erfolgt im Juni. Die BauernZeitung hat aus diesem Anlass mit Beat Wälchli über das Unternehmen und die Produkte der Maschinenfabrik gesprochen.

Herr Wälchli, wie hat sich die Gülletechnik in den letzten paar Jahren entwickelt?

Beat Wälchli: Die Landwirtschaft ist in vielen Bereichen eine sehr beständige Branche, in der sehr oft mit bewährter Technik gearbeitet wird. Nur um der Veränderung willen wird etwas Bewährtes nicht verändert. Natürlich hat sich die Gülletechnik entwickelt, so erfordern etwa grössere Betriebe auch grössere Maschinen und Anlagen. Aber viele Produkte funktionieren nach denselben Prinzipien wie vor 50 Jahren, zum Beispiel Schneckenpumpen. Da braucht es keine grossartigen Neuheiten, sondern eher Optimierungen des Bewährten.

Gab es denn Optimierungen und Neuerungen?

Die gab es schon, aber eher im kleinen Rahmen, in den Details. So setzt man heute beispielsweise eher auf Axialrührwerke mit schwimmenden Flügeln, anstatt wie noch vor vielen Jahren auf Flügelrührwerke. Aber im Allgemeinen beruhen Rührwerke und Pumpen auf bewährten und sehr langlebigen Systemen.

Was sind denn aktuell die «Verkaufsschlager» der Wälchli Maschinenfabrik?

Im Kontext des Schleppschlauch-Obligatoriums sind zurzeit natürlich Schleppschlauch- und Schleppschuhverteiler sowie entsprechendes Zubehör sehr gefragt. Stets sehr nachgefragt sind Tauchmotorrührwerke, Axialrührwerke, Schneckenpumpen und Tauchpumpen zum Umspülen.

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Ihr Unternehmen steht kurz vor dem 70-Jahr-Jubiläum. Wie kam es zur Unternehmensgründung?

Mein Vater Andres Wälchli hat ursprünglich eine Velohandlung gegründet. Dann bemerkte er, dass es in der Landwirtschaft Bedarf nach neuer Technologie gab. Er war 1953 der erste, der in der Schweiz einen Güllemixer konstruierte. Dieser war ein grosser Erfolg und wurde in der Folge tausendfach verkauft. Zehn Jahre später war die Wälchli Maschinenfabrik schon derart gewachsen, dass die Firma an einen neuen Standort umziehen konnte; dazu wurde eine neue Fertigungshalle gebaut. Mein Vater hat in dieser Zeit auch das Produktsortiment erweitert, so hat er etwa begonnen, selber Schneckenpumpen zu bauen, die ebenfalls sehr erfolgreich verkauft wurden. Seither ist das Unternehmen stetig gewachsen, wir beschäftigen heute rund 20 Mitarbeitende und stellen einen Grossteil der Maschinen in der eigenen Werkstatt in Brittnau her.

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Gab es Tiefpunkte in der Unternehmensgeschichte?

Ja, die gab es natürlich auch. Die 1970er-Jahre waren beispielsweise eine herausfordernde Zeit. Die wirtschaftliche Lage war im Allgemeinen schwierig, mit den entsprechenden Folgen. Das haben aber nicht nur wir gespürt, sondern die ganze Landtechnik-Branche und die Landwirtschaft allgemein.

Den Namen Wälchli kennt man in der Schweiz – exportieren Sie Ihre Produkte auch?

Ja, Gülletechnik wird in kleinen Stückzahlen auch exportiert, hauptsächlich Rührwerke und Pumpen. Die meisten Bestellungen erreichen uns aus Deutschland und Österreich, aber wir haben auch schon nach Übersee geliefert, nach Costa Rica etwa und sogar nach Australien. Unser Hauptaugenmerk lag aber stets auf dem Schweizer Markt. Wir wollen hier stark sein. Ob der Export möglicherweise ausgebaut wird, zeigt die Zukunft.

Per 1. Januar 2022 stand eine Betriebsübernahme an. Wer tritt Ihre Nachfolge an und wie kam die Übernahme zustande?

Wir haben zum Verkauf unseres Unternehmens eine externe Firma beauftragt und sind so an Randy Honegger gelangt. Er wird die Geschicke der Firma ab Juni in seine Hände nehmen. Randy Honegger ist der ideale Nachfolger mit Erfahrung auf den relevanten Gebieten: Er ist gelernter Landwirt, studierter Agronom und kennt verschiedene Märkte von seiner langjährigen Arbeit in den Geschäftsleitungen von DeLaval und der Landi. Er wird die Firma in ihrer jetzigen Form mit den aktuellen Produkten weiterführen und auch unsere Angestellten weiter beschäftigen.

Sie ziehen sich aus der Unternehmensleitung zurück?

Ja. Ich werde aber nicht von heute auf morgen aufhören, sondern kann mich nach 30 Jahren im Geschäft langsam zurückziehen. Ich habe in dieser Zeit viel erlebt und es freut mich zu wissen, dass die Firma in guten Händen ist.